Betrug im Internet: Was man machen kann (UPDATE 2)
Der Fall Opendownload.de hat gezeigt, dass es mittlerweile eine große Anzahl von Internetnutzern gibt, die auf vielfältige Art und Weise im Internet geprellt wurden. Mal ist es eine Abofalle mit darauf folgenden Mahnungen von Inkasso-Unternehmen und mal ein eBay-Händler, der nicht liefert, obwohl schon gezahlt wurde. Doch Sie müssen den Betrügern des Internets nicht tatenlos gegenüber stehen. Wir geben Ihnen Ratschläge, was Sie tun können, wenn Sie das Gefühl haben, Opfer krimineller Machenschaften geworden zu sein.
Auch der Autor dieses Artikels fühlte sich noch bis vor geraumer Zeit gut gewappnet für den Fall, dass er einmal auf einen dubiosen Internethandel reinfallen sollte. Ja, er dachte sogar, dass es nicht einmal soweit kommen würde. So erging es ihm auch Ende März, als er über den Internetshop akkumarkt einen Ersatzakku für seinen Camcorder bestellte. Der Preis hörte sich gar hervorragend an: Nicht einmal 30 Euro für einen leistungsfähigen Kamerakku. Wie geschenkt!
Auch die Website des Händlers machte einen seriösen Eindruck. Sie war professionell gestaltet und wer würde schon vermuten, dass sich der Onlinekauf von einem Akku als Beginn einer Odyssey herausstellen kann? Also orderte unser Kunde umgehend den “Akku für SONY DCR-TRV8E” zum Preis von 25,17 Euro. Die Lieferung sollte prompt erfolgen, auch dachte der Akkukäufer, dass dies durch die Vorkasse beschleunigt werden könnte. Das Geld überwies er also drei Tage später auf das Konto der Firma Akku Markt.
Das lange Warten beginnt …
Die Tage verstrichen und es erfolgte keine Lieferung. Obwohl die Bestellmail den Eingang längst bestätigte, machte sich der Käufer so langsam Gedanken. Eine Erinnerungsmail Anfang April beantwortete akkumarkt nicht. So langsam setzte ein mulmiges Gefühl ein: War man auf einen Händer reingefallen, der nicht liefert und mit dem Geld verschwindet?
Es schien so: Eine Internetrecherche ergab, dass die Firma akkumarkt schon bei einigen Kunden für einen negativen Eindruck gesorgt hatte. So beschweren sich manche über nicht funktionierende Akkus, andere erhielten auch keine Lieferung. Einige nutzen sogar das Wort “Online Betrug” im Zusammenhang mit dem doch so seriös wirkenden Onlineversand.
Abgezockt: Was kann ich tun, wenn es schon zu spät ist?
Doch was kann man als Internetnutzer tun, um sich gegen Internetbetrug zur Wehr zu setzen? Zuerst muss gesagt werden, dass eine per Vorkasse getätigte Überweisung nicht so ohne Weiteres zurückgeholt werden kann. Falls Sie Vorkasse geleistet haben, schicken Sie dem Händler erst einmal eine freundliche Erinnerungsmail und fragen ihn, wo die Lieferung bleibt.
Wenn Sie nach einer Woche noch keine Antwort erhalten haben, können Sie es einmal telefonisch versuchen. Aber machen Sie sich auch hier keine großen Hoffnungen: Wahre schwarze Schafe gehen selten ans Telefon, wenn sie schon keine Mails beantworten. Wichtig: Dokumentieren Sie jeden Schriftverkehr mit dem Händler, dies ist von Bedeutung für die spätere Beweisführung.
Sollte eine Kontaktaufnahme per Mail fruchtlos bleiben, wird es Zeit für eine Erinnerung per Brief. Verfassen Sie ein Anschreiben, in dem Sie dem Händler eine Frist von sieben bis zehn Tagen zur Lieferung setzen. Noch konsequenter, und im Verdachtsfall eines Betrugs sicherlich sinnvoll, ist es, gleich vom Kaufvertrag zurückzutreten.
Bei einer Internetbestellung ist das Fernabsatzgesetz auf Ihrer Seite: Gemäß §3 Abs. 1 Satz 1 FernAbsG und § 361a BGB (Fernabsatzgesetz) haben Sie die Möglichkeit, eine gemachte “Willenserklärung” zurückzuziehen. Dies bedeutet im Konkreten, dass der Vertrag rückgängig gemacht und damit die Bestellung nichtig wird. Der Händler ist dazu verpflichtet, Ihnen das Geld zurück zu überweisen.
Geben Sie also auch gleich Ihre Bankverbindung mit an. Dass Sie das Geld auf diesem Weg wieder bekommen, ist in Fällen der Abzocke im Internet leider nicht zu erwarten, sonst hätten Sie ja Ihr Ziel erreicht. Es geht einzig und allein darum, Ihnen zustehende Rechte zu nutzen. Zurück zum Brief: Abschließend können Sie noch ankündigen, im Falle einer ausbleibenden Reaktion oder Nicht-Erfüllung der Forderung rechtliche Schritte einzuleiten. Wichtig: Drohen Sie keinesfalls mit Strafanzeige, dies könnte als Nötigung aufgefasst werden! Tüten Sie den Brief ein und schicken ihn per Einschreiben (eigenhändig) und Rückschein an den Händler.
Dies kostet zwar ein paar Euro, Sie haben jedoch eine weitere Aktennotiz über Ihren Fall. So gesammelte Schriftstücke werden später noch wichtig sein. In unserem Fall von akkumarkt erhielt der Kunde nach ein paar Tagen tatsächlich den Rückschein, er wurde jedoch nicht, wie als Empfänger angegeben, vom Akkumarkt-Inhaber, sondern einer anderen Person unterschrieben. Auch nach diesem Einschreiben reagierte der Akkuhandel nicht und vom Geld, geschweige denn von der Lieferung, fehlt weiterhin jede Spur.
Akkumarkt: Strafanzeige wegen Betruges
Nachdem die Kontaktaufnahme mit Akkumarkt Sande verlief, entschied sich der Kunde zur Einleitung des vorerst letzten Kapitels: Erstattung einer Strafanzeige. Falls auch Sie an dem Punkt angelangen sollten, stellen Sie alle Briefe und Mails zusammen, die Sie an den Händler geschickt haben.
Kopieren Sie auch etwaige Überweisungsvorgänge (Screenshots vom Onlinebanking) und drucken Bestellbestätigungen aus. Alle was dazu dienen kann, Ihre eigene Position zu untermauern, sollte dokumentiert werden. Weiterer Tipp: Teilen Sie bei der Erstellung der Anzeige auch etwaige URLs mit, unter denen ersichtlich wird, dass Sie nicht der einzige geprellte Kunde sind.
Googlen Sie also den Namen der Firma und drucken Sie Beiträge aus Diskussionsforen aus oder auf Meinungsportalen, die von anderen Geprellten stammen. Wie schon gesagt: Alles kann hilfreich sein. In Ihrem Schreiben zur Anzeige dokumentieren Sie den Verlauf des Falls und stellen ausdrücklich “Strafanzeige wegen Betruges”. Schicken Sie den Brief an die Ihnen nächstgelegene Staatsanwaltschaft ab. Natürlich können Sie auch bei jeder Polizeidienststelle eine Anzeige aufgeben, die Beamten dort sind jedoch nicht immer gut darauf vorbereitet, solche Betrugsfälle im Detail aufnehmen zu können. Gerade bei einer großen Menge an Schriftverkehr kann die Dokumentation einige Zeit in Anspruch nehmen.
Geld auf Nimmerwiedersehen?
Nachdem Sie die Strafanzeige abgeschickt haben, sollte Sie erst einmal mit dem Fall abschließen und sich um wichtigere Dinge kümmern. Sie haben alles getan, was Sie tun können und müssen jetzt erst einmal abwarten. Die Bearbeitung durch die Staatsanwaltschaft kann einige Zeit in Anspruch nehmen, nicht zuletzt weil die Anzeige oft noch weitergeleitet wird, bis sie ihren wahren Bestimmungsort erreicht hat.
Natürlich wäre es auch denkbar, einen Mahnbescheid zu erstellen, doch kostet dieser Geld und der Autor dieses Artikels verzichtete auch nicht zuletzt wegen der geringen Summe von ca. 30 Euro auf diesen Schritt. Auch ein Anwalt ist teuer. Falls Sie über Rechtsschutz verfügen, können Sie jedoch bei diesem anfragen. Eine weitere Anlaufstelle könnte der Verbraucherschutz sein.
Damit es nicht soweit kommt
Doch was kann ich tun, damit es erst nicht soweit kommt? Dafür unsere Quicktipps:
Je höher der Betrag, um den es geht, ist, umso höher sollte Ihre Vorsicht ausfallen. Im Zweifelsfall lieber nicht bestellen, um sich nicht unnötig Ärger zu machen. Es kommt eher selten vor, dass nur ein Händler das gewünschte Produkt führt. Auf Preisvergleichsseiten wie geizhals.at/de können Sie seriöse Händler ausfindig machen, die sogar günstiger sein können.
Sind Sie auf einen Internetbetrug reingefallen? Schildern Sie uns Ihre Erfahrungen, vielleicht greifen wir Ihren Fall einmal in einem Beitrag auf: redaktion (at-Zeichen) shareware.de.



Anfangs September bin ich im Internet auf eine auf den ersten Blick seriöse Seite gestoßen,TabaccoStore.Bei denen kann man Zigaretten bestellen für das halbe Geld was sie in Deutschland kosten,da der Sitz dieser Fa.in Cran-Canaria liegt.Die Seite klang sicher zumal sogar die Nummer des Handelsregister eingetragen war.Also bestellte ich zwei Stangen für 52.-€ und überwies das Geld nach Spanien.Auf der Seite steht Lieferung erfolgt innerhalb 5 Tagen.Bei mir sind es jetzt 35 Tagen und ich höre nichts mehr von dieser Fa.
hallo, auch ich hab von premium content ne rechnung erhalten .habe versucht zu zahlen,weil mann ja angst davor hat ??? bei jeder überweisung ist dass geld zurück gebucht worden, grund: kein gültiges konto sozusagen gelöscht.
und bei
software-heute.de
habe ich 84€ bezahlt ,wollte es ja ausnützen wenn schon gezahlt dann auch haben.alles was runterladen wollte war nur schrott.veraltet und hat nicht funktioniert .
um sonst bezahlt.
lg. BERND
Hallo,
auch wir sind in diese Falle getappt und haben die erste Rechnung bezahlt – das es ein Betrug ist, habe ich erst hinterher erfahren.
Jetzt kam die 2. Rechnung und Mahnung. Seltsamer Weise haben sich zwischen Rechnung und Mahnung die Bank-Daten geändert…
Was sollen wir jetzt machen, müssen wir zahlen, weil wir auch die erste Rechnung gezahlt haben?
Hallo zusammen
ich habe das gleiche Problem wie ihr.
Bei der Neuinstallation des Betriebssystems wurde mir das DOWNlOAD untergejubelt. Da man dann ohnehin mehrere Häckchen zu setzen hat, fällt da gar nicht mehr auf. Das ist arglistige Täuschung! Ich hatte jedenfalls den Eindruck, dass das zum Installationsprocedere von Windows gehört. Und das winkt man eben durch.
Frage an Euch: bei mir war das die:
Premium Content GmbH
Carl-Zeiss-Straße 43
63322 Rödermark
http://www.my-downloads.de
Ist das identisch mit opendownlaod oder eine neue Firma?
Danke für jeden Hinweis
MB
Hallo,
auch ich bin ein Geschädigter von opendownload.de,
habe, besser gesagt ein Bekannter von mir hat für mich diese Seite aktiviert. Dies war am 29.12.2008 und dem Bekannten war nicht bekannt, dass dies Geld kosten würde. Natürlich kam sogleich die Rechnung, ich sagte ihm dies und er erklärte sich bereit diese zu bezahlen – soll heißen das ich das Geld von ihm bekam – aber als Nutzer war ich ja eingetragen da alles über meinen Rechner abgewickelt wurde. Mein Bekannter sagte auch das er die Seite benutzen wolle, hat ja auch dafür bezahlt, doch im Laufe des Jahres 2009 hatte er die Seite vergessen. Jetzt zum 29.12.2009 kommt eine E-Mail an meine Adresse mit der Bitte um Bezahlung für das 2. te Jahr. Dumm wie ich bin habe ich per Onlinebanking sofort überwiesen, man sprich auch von einer deutschen Tugend. Nachdem ich mit im Internet über diese Firma “schlau” gemacht habe werde ich Montag früh die Überweisung stornieren und dann abwarten was auf mich zukommt.
Ich hoffe das klappt alles wie ich es mir vorstelle.
Mit nachdenklichem Gruß.
Michael Strobel
Ausgezeichnete Gestaltung
Hallo ,
Ich habe mich auch im internet an opendowload.de registriert.Danach habe ich eine e-mail bekommen.Ich habe von verbrauchzentrale und Freeware.de erfahren das ich nicht einzige opfer bin.Später habe ich den musterbrief heruntergeladen und mit post habe ich das Brief nach Osnabrück geschickt(mit einschreiben).Für meine Brief habe ich kein Antwort bekommen. Jetz habe
ich von Rechtsanwalt Olaf Tank eine Mahnung bekommen.Da schreibt:
In Sachen Content Services Limited, mundenheimer Str 70 Mannheim
Sehr geehrter……Trotz Fälligkeit und Mahnung haben Sie oben genannte Forderung bisher nicht ausgeglichen.Namens und in Vollmacht der Content Services Limited habe ich Sie daher aufzufordern den nachstehend bezifferten Gesammtbetrag(138 E ) bis zum…..auszugleichen.
Ob ich zwei mal musterbrief an Open Dowload geschrieben habe die nehmen das nicht ernst an.
Was soll ich Jetzt tun.
Hallo,
leider auch mir bereits 2x passiert und ich danke den Verfassern dieser Broschüre, da kann man sich richten und zumindest versuchen, zeichen zu setzen auch wenn kein Geld zurück kommen sollte.
herzlichen Dank
popeye1
und wenn jeder 10 cent auf Betrugskonto überweist?
Wie groß wird dann Kontoführungsgebühr für Betruger?