iPod - der Kultplayer vom Apfelbaum und seine Software
Was immer auch Tony Fadell auf seiner Lohnabrechnung vom Computerriesen Apple unterm Strich stehen hat, der Mann ist sein Geld wert: 2001 trat Fadell seinen Job im "Apfelhain" im kalifonischen Cupertino an, noch im gleichen Jahr erschien der erste, von ihm maßgeblich entwickelte iPod. Heute ist der iPod der beliebteste digitale Musikplayer der Welt - mit über 60 Millionen verkauften Exemplaren.
MP3 Pionier, Kultobjekt, Massenware - so lässt sich der Werdegang des iPods zusammenfassen. An seiner Faszination hat er gleichwohl nichts verloren; wer einmal einen iPod in der Hand gehabt hat, wird nahezu jeden anderen MP3 Player wieder zur Seite legen. Wesentlicher Grund dafür ist das von Apple patentierte ClickWheel, das eine mühelose Navigation einfach mit dem Daumen ermöglicht. Drehen, klicken, scrollen - die Bedienung dieses "Steuerrads" ist richtungsweisend simpel.
Die iPod-Familie - mit dem berühmten ClickWheel und dem iPod Touch, der über den Bildschirm gesteuert wird.
(Foto/Abb.: Apple)
Zudem hat Apple frühzeitig zwei gesellschaftliche Trends erkannt: Digitalisierung und Mobilität. Musik steht immer weniger im CD-Regal, sondern befindet sich zunehmend auf der Festplatte des heimischen PCs. Viele hundert MP3-Dateien ersetzen ein paar Dutzend CDs und wollen überall gehört und gefunden werden - zuhause, im Auto, beim Joggen, im Bus. Der iPod ersetzt die CD-Tasche von gestern mühelos: Das größte Platzwunder packt auf seine 160 Gigabyte-Festplatte bis zu 40.000 Songs (128 KBit/Sek.). Es geht aber auch kleiner: Der iPod nano misst nur 9 auf 4 Zentimeter und lädt bis zu 2000 Songs, der iPod Shuffle ist 3 auf 4 Zentimeter klein und bietet Platz für 240 Stücke. Wer den Winzling trotz des Clips verliert, dürfte es bei einem Federgewicht von 15 Gramm nicht einmal merken.
In den vergangenen Jahren hat Apple übrigens so einige Modelle kommen und gehen lassen. Wer sich nach Neuauflage mit einem älteren Modell anfreunden kann, bekommt dieses stets zu einem günstigeren Preis.
Kongenialer Partner des iPods ist die kostenlose Apple-Software iTunes, über die man den Player verwaltet. Über deren Oberfläche kann man auch auf den iTunes Shop zugreifen, wo es 3,5 Millionen Songs gibt, zumeist für 99 Cent pro Download. Viele Millionen Lieder wurden dort bereits heruntergeladen - ein Trend, den die Musikindustrie komplett verschlafen hat, weil sie illegale Filesharing-Plattformen bekämpfte anstatt frühzeitig legale Alternativen aufzubauen.
Doch nicht alles, was glänzt, ist auch Gold; mitunter ist es verwunderlich, wie die Strahlkraft des Kultplayers berechtigte Kritik verblassen lässt. Den Akku kann man nicht selbst wechseln, das Display verkratzt recht schnell, bei der Installation von iTunes muss man Apple Quicktime mitinstallieren, zudem bedarf es einer Zusatzsoftware externer Hersteller, um in iTunes gekaufte Songs auch auf der Festplatte zu sichern. Ein Handbuch gibt es nicht, ein Netzteil muss man dazukaufen und nicht zuletzt kann der iPod zwar MP3s abspielen, doch die Songs aus dem Apple-Store gibt es nur im AAC Format (Advanced Audio Coding). Wer eigene Videos auf den iPod laden möchte, muss diese zuvor konvertieren. Keine Frage: Das iPod-Konzept ist mitunter mühselig und zeitaufwändig - aber sobald man das ClickWheel dreht und durch seine Musiksammlung zappt, ist das fast schon wieder vergessen ;)
Und hier noch einige gute Links zum Thema:
- www.arktis.de: Großer Shop für iPod und Zubehör
- www.ipodfun.de: Massig Infos zu iPod und iTunes, mit Forum
- www.ipodlife.de: News, Produktguide und Tests (auch Zubehör)
- www.mp3werk.de: News, Software, Tipps und Forum rund um digitale Musik

