Freeware.de Feature: DSL & Kabel
Konkurrenz für DSL: Highspeed Internet via Kabelanschluss
Immer mehr Deutsche gehen mit einem Kabelanschluss online.
Die deutschen Kabelnetzbetreiber blicken frohen Mutes in die Zukunft: Mit ihren so genannten "Triple Play" Anschlüssen, die Fernsehen, Internet und Telefon vereinen, holen Sie gegenüber den DSL Anbietern kräftig auf. Immer mehr Verbraucher holen sich einen Kabelanschluss ins Haus - und das aus mehreren Gründen: Ein Kabelanschluss ist oftmals günstiger als ein DSL Anschluss nebst Tarif, die Bandbreiten sind in der Regel höher, die gebühren für das Fernsehkabel entfallen häufig, zudem gibt es einen Kabelanschluss auch in Regionen, wo eine DSL Abdeckung noch nicht gewährleistet ist.
Kein Wunder also, dass die Kabelnetzbetreiber zunehmend Telekommunikationsprodukte verkaufen - und das erfolgreich. Im Jahr 2007 entschieden sich über 20 Prozent aller neuen Breitband-Internetsurfer für einen Kabelanschluss von
- Kabel Deutschland (13 Bundesländer)
- Kabel BW (Baden-Württemberg)
- Unitymedia (Hessen & Nordrhein-Westfalen)
Sofern am Wohnort verfügbar. Im Vergleich zu den vielen DSL Anbietern haben die Kabelanbieter also mächtig an Boden aufgeholt. Da die Modernisierung der Kabelnetze weiter anhält ist durchaus damit zu rechnen, dass sich dieser Trend fortsetzt.
Die Kabelnetzbetreiber haben nämlich ein grundlegendes Problem: Die ursprünglich verlegten Netze funktionieren nur in eine Richtung, nämlich vom Sender (Kabelanbieter) zum Empfänger (Kunde). Das ist auch kein Problem, wenn man beispielsweise nur - wie originär geplant - Fernsehsignale übertragen möchte. Für Internet- und Telefondienste hingegen muss auch der Kunde Daten senden können, denn wer ins Internet geht und Webseiten aufruft, der stellt Anfragen. Und genau das können die alten Ein-Wege-Netze nicht - im Gegensatz zu DSL. Sie müssen vielmehr so modernisiert werden, dass sie sowohl Daten senden wie auch empfangen können.
Wäre die Netzmodernisierung bereits abgeschlossen, könnten die Kabelanbieter sicherlich noch mehr Kunden gewinnen - so aber ist man bei Kabel Deutschland, Kabel BW und Unitymedia damit beschäftigt, die Netze weiter auszubauen. Sehr früh hatte etwa Kabel BW in Baden-Württemberg mit dieser "Aufrüstung" begonnen - mit der Folge, dass mittlerweile jeder fünfte Breitbandsurfer einen Kabelanschluss über Kabel BW bestellt. Damit einher geht freilich die Tatsache, dass man als Verbraucher auch erst einmal wissen muss, dass man über einen Kabelanschluss nicht nur Fernsehen gucken, sondern auch telefonieren und mit Highspeed im Internet surfen kann.
Vorteilhaft ist zudem, dass die meisten Kabelanbieter ihre Telekommunikationsprodukte, also Telefon und DSL, auch ohne Zwang zum Fernsehkabel anbieten. Mit anderen Worten: Wer Internet und Telefon von einem Kabelanbieter haben möchte, muss für TV nicht zahlen. Der Kabelanschluss ist dann zwar aktiviert, kostet aber keine Grundgebühr. Man kann also durchaus auch über Satellitenschüssel weiter TV schauen.

