Die SMS: Das beliebteste Abfallprodukt aller Zeiten
Sie ist die bekannteste Handy-Anwendung und gleichzeitig die Melkkuh der Nation: die SMS, ausgeschrieben Short Message Service. Dieser Kurznachrichtendienst bringt den Mobilfunkern seit Jahren so viel Geld ein wie keine andere Anwendung, auch das reine Telefonieren nicht. Und dabei war der Dienst eigentlich gar nicht geplant.
Erst seitdem sich auf dem deutschen Mobilfunkmarkt etliche Discounter tummeln, sind SMS-Preise von zehn Cent und darunter nicht nur im Rahmen von teuer erkauften Vielsimser-Paketen möglich. Noch vor kurzem musste man einen Berg SMS en bloc buchen, um solche Preise zu bekommen. Doch auch heute noch gibt es viele Tarife, insbesondere auf Vertragsbasis, in denen man knapp 20 Cent für jede Kurznachricht zahlt.
Das mag im Vergleich zu Multimedia-Nachrichten oder anderen Datendiensten, die richtig ins Geld gehen, noch vergleichsweise wenig anmuten, doch eigentlich ist der Preis viel zu hoch - auch der, den man heute bei den Discountern zahlt. Denn die SMS kostet die Provider so gut wie nichts, und sie ist ein reines Abfallprodukt, das es nur zufällig in die Hitlisten schaffte. Anfänglich war es den Providern sogar regelrecht peinlich, mit einem derart technisch anspruchslosen Dienst hausieren zu gehen. Das hinderte die Anbieter aber später nicht daran, die genannten Preise zu verlangen, als die Beliebtheit des Dienstes offensichtlich wurde.
Neuesten Umfragen zufolge soll künftig die mobile Internetnutzung die SMS als beliebtesten Handy-Dienst ablösen. Doch bis dahin dürfte es noch ein weiter Weg sein. Denn die modernen Handys werden immer komplexer und immer schwieriger zu bedienen, so dass viele Nutzer nur noch ganz wenige Funktionen nutzen und verstehen. Doch eines können sie alle: eine SMS verschicken.

