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Grafiksoftware III: Programme für die Animation von GIF & Co.

Jan W. Jan W.

Willkommen zum dritten Teil unserer Blog-Reihe zum Thema Foto und Grafik. Heute befassen wir uns mit dem Thema animierte Bilder und präsentieren Ihnen einige empfehlenswerte Programme zum Download.

Animake – Editor für GIF-Animationen

animakeDas erste Tool in dieser Liste nennt sich Animake. Die Freeware dient dazu, vorbereitete Einzelbilder im GIF-Format zu einer flüssigen Bewegung zusammenzufügen. Die Oberfläche des Animationstools gibt sich zunächst reichlich unspektakulär: man sieht nichts außer einer Excel-ähnlichen Tabelle. In diese trägt Animake importierte Bilder ein. Die absteigende Reihenfolge in der Tabelle bestimmt dabei den Ablauf des bewegten GIFs. Per Rechtsklick mit der Maus blendet die Freeware ein Kontextmenü mit verschiedenen Werkzeugen ein. Hier kann man unter anderem die Position der Einzelbilder verändern oder die Sortierung umkehren und so die Animation rückwärts ablaufen lassen. Außerdem finden sich hier einige Tools zum Bearbeiten der Standbilder und zum Optimieren der bewegten GIFs. Beispielsweise stehen in puncto Farbtiefe die Modi Schwarz-Weiss, Graustufen, 256 sowie 16,4 Millionen Farben zur Wahl. Letzterer ist aber zumindest dann wenig empfehlenswert, wenn das fertige Ergebnis im Internet veröffentlicht werden soll. Zum einen stellen die gängigen Browser so viele Farben gar nicht dar, und zum anderen kann die Dateigröße im ungünstigen Fall schlicht zu groß werden. animake2Weiterhin kann Animake die Farben ins Negative verkehren, die Größe der Einzelbilder verändern sowie diese piegeln oder auch drehen. In einem kleinen Programmfenster zeigt die Freeware die Auswirkungen der Arbeitsschritte an. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, speichert das Tool die Animation einfach als GIF-File ab. Alles in allem bewirkt Animake zwar keine Wunder, aber für erste Schritte und einfache Bewegtbilder zum Platzieren auf der eigenen Webseite taugt die Freeware allemal. Download Animake.

Gloodle – Animationen in der dritten Dimension

gloodleSpannende Effekte in 3D erzielt man mit Gloodle. Auch dieses Animationsprogramm kommt als Freeware auf den PC und bietet dreidimensionale Spielereien auf Basis abstrakter geometrischer Formen. Per Mausklick zaubert Gloodle fast fraktal anmutende Grafiken in frei wählbaren Größen. Die Handhabung gestaltet sich denkbar einfach: Klicken und Ziehen verteilt die Formen gleichmäßig auf dem Bildhintergrund. Pfiffig: die Freeware zieht automatisch einen Farbverlauf in die Grafiken ein. Die Farbwahl trifft man einfach durch Anwählen in einer Palette. Wer sich mit den Modi RGB und HSB beziehungsweise englisch HSV auskennt, kann auch die gewünschten Zahlenwerte angeben. gloodle2Ein Importwerkzeug öffnet bereits vorhandene Bilder der Formate JPG oder BMP. So kann man eigene Fotos als Hintergrundbild für die Animationen einbinden. Zum Export fertiger Bewegtbilder stellt Gloodle zwei Varianten zur Wahl. Zum einen speichert das Grafikprogramm mehrere BMP-Standbilder. Diese zeichnen quasi Schritt für Schritt die Bewegung der Maus nach. Zum anderen sichert das Tool die Animation auch als AVI-Video. Hier hat der User verschiedene Möglichkeiten zum Beeinflussen des Ergebnisses. Über die Anzahl und die Rate der Einzelbilder pro Sekunde bestimmt man die Zeitdauer des Clips. Außerdem stellt Gloodle sämtliche im System vorhandenen AVI-Codecs zur Auswahl, was die Dateigröße des Videos maßgeblich mitbestimmt. Auch die Komprimierungsrate und die Bitrate lässt sich stufenlos einstellen. Einen Ausblick auf das spätere Endergebnis zeigt das Animationstool in einer Preview an. Gloodle mag zwar schon etwas älter sein, hat aber interessante Effekte für abstrakte grafische Animationen an Bord. Das spielerische Ausprobieren der einzelnen Werkzeuge und Optionen macht einen Heidenspaß. Download Gloodle.

CrazyTalk – Animationen mit Sprachausgabe oder Sound

crazytalkAnspruchsvolle, photorealistische Bewegtbilder erstellt man mit CrazyTalk. Wie der Name des Tools schon vermuten lässt, unterlegt der User seine Animationen auf Wunsch mit einer Sprachausgabe und/oder Musik. Da das Synchronisieren von Lippenbewegungen und Sprache keine wirklich triviale Aufgabe darstellt, eignet sich CrazyTalk wohl eher für Fortgeschrittene. Diesen stellt die Shareware aber eine ganze Reihe praktischer Tools zum Beeinflussen der Gesichter zur Wahl. Unter anderem beinhaltet die Werkzeugpalette der Shareware vorgefertigte Gesichtsprofile, Mimiken und Bewegungen. Das Zuweisen lässt sich per Mausklick recht einfach bewerkstelligen und anschließend als Skript abspeichern. Diese Funktion ist in der Testversion allerdings deaktiviert. crazytalk2Außerdem kann man mit CrazyTalk die Gesichter sehr detailliert an seine Vorstellungen anpassen: eine breite Palette von Augen, Mündern, Zähnen und Lippen sorgen für realistische Antlitze oder comicartig verzerrte Fratzen – ganz, wie es dem Designer beliebt. Bis hin zur Bewegung der Augäpfel und der Farbe des Mundinnenraums reicht die Detailverliebtheit des Grafikprogramms. Ist man mit seiner Arbeit zufrieden, wird man zudem über die komfortablen Exportfunktionen von CrazyTalk staunen. Eine umfangreiche Sammlung an vordefinierten Profilen erlaubt beispielsweise das Speichern eigener Werke für YouTube, zum Brennen als Video-DVD oder zur Wiedergabe auf unterschiedlichen mobilen Playern. Auch den Export als Flash- oder RealMedia-Videos stellt das Tool zur Auswahl. Zum Einstellen der Qualität und damit auch der Dateigröße bietet CrazyTalk ebenfalls vielfältige Möglichkeiten wie Framerate sowie das Pixelmaß der Ausgabedatei. Fazit: CrazyTalk ist ein wirklich cooles Werkzeug für anspruchsvolle Benutzer. Zum Download bieten wir Ihnen dieses Animationsstudio in den zwei Versionen Standard und Pro mit unterschiedlichem Funktionsumfang an. Download CrazyTalk von unserer Schwesterseite Shareware.de.

Pivot – Animation für Strichzeichnungen

pivotPunkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das bewegte Mondgesicht. So ließe sich die Funktionsweise von Pivot zusammenfassen. Öffnet man die Freeware zum ersten Mal, erscheint eine schlichte Oberfläche mit einem Strichmännchen darin. An den Gelenken des Männchens sind Punkte zum Anfassen und Bewegen der Gliedmaßen zu sehen. So versetzt man die Figur ohne großen Aufwand in Bewegung. Da das Zuweisen der Moves aber für jedes Einzelbild gesondert erfolgen muss, erfordert Pivot schon etwas Fingerspitzengefühl, damit die Animation nicht zu ruckelig abläuft. Auch das Zeichenmodul für eigene Figuren ist in seiner Bedienung ein wenig gewöhnungsbedürftig. Lediglich gerade Linien und Kreise stellt das Animationstool zum Gestalten neuer Vorlagen zur Auswahl. Immerhin bietet die Farbpalette neben den wenigen voreingestellten Schattierungen die Möglichkeit, neue Farben selbst anzulegen. Leider lassen sich immer nur die kompletten Strichzeichnungen und nicht einzelne Segmente umfärben. pivot2Durch Anklicken eines Play-Buttons gelangt man zu einer Vorschau seiner Animation. Zum Abspeichern stellt Pivot ein internes Dateiformat sowie GIF und BMP zur Auswahl. Der Einfluss des Users hinsichtlich Qualität und Tempo hält sich bei der Freeware aber in engen Grenzen. Lediglich ein Wert zum verzögerten Abspielen der Einzelbilder lässt sich hier einstellen. Fazit: Für qualitativ hochwertige oder anspruchsvolle Animationen eignet sich Pivot definitiv nicht. Wer aber nur ein wenig Herumspielen oder sein Gefühl für flüssiges Animieren trainieren will, für den bietet sich das Gratisprogramm durchaus an. Download Pivot.

Pencil – eigene Zeichnungen in Bewegung versetzen

pencilEine ähnliche Nische wie Pivot besetzt auch Pencil, allerdings auf deutlich höherem Niveau. Die Shareware bietet dem grafisch Interessierten Werkzeuge zum Gestalten eigener Zeichnungen auf Vektor- oder Pixelbasis. Diese können sich zwar mit professionellen Grafikprogrammen nicht messen, aber mit etwas Geschick lassen sich auch in Pencil durchaus ansprechende Bilder komponieren. Zum Einfärben der Grafiken stellt das Tool dem User vordefinierte und – ähnlich wie bei CorelDraw – mit Namen versehene Farben zur Auswahl. Mit einer Art Pipette oder durch Eintippen von RGB- beziehungsweise HSB/HSV-Werten lassen sich eigene Farben hinzufügen pencil2Das Animieren der Zeichnungen funktioniert auch bei Pencil Frame für Frame in einer Zeitleiste. Dieser fügt man per Mausklick beliebig viele Standbilder hinzu. Außerdem verfügt diese Timeline über eine eigene Ebenenverwaltung: Layer für Pixelbilder, Vektoren sowie Videos und Ton können separat behandelt werden. So lassen sich Musik und Animation exakt aufeinander abstimmen. Fertige Clips exportiert Pencil als Flash- oder QuickTime-Filme oder aber als Sequenz von Einzelbildern in den Formaten PNG oder JPEG. Die Pixelmaße der ausgegebenen Files bestimmt dabei der User. Leider fehlt hier eine Funktion zum Erhalten der Seitenverhältnisse, sodass man darauf achten muss, keine verzerrten Animationen zu exportieren. Ansonsten präsentiert sich Pencil als Tool, mit dem durchaus semiprofessionelle Ergebnisse erzielt werden können – ein gewisses zeichnerisches Talent und etwas Geduld vorausgesetzt. Download Pencil. Noch mehr Grafikprogramme gefällig? In Teil 1 dieser kleinen Reihe finden Sie einige Zeichen- und Malprogrogramme zum Download. In Teil 2 hingegen stellen wir einige Foto- und Grafikfilter vor.

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Software aus dem Artikel

Animake

Editor für GIF-Animationen

Animake
Hersteller:
Lizenzart:
Freeware
System:
Win 7, XP, Server 2003, NT, Vista, 98, ME
Sprache:
Deutsch
Version:
3.6
Leserwertung:
3.83/5