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Audio-Latenz verbessern auf günstigen Soundkarten

Oliver W. Oliver W.

Wenns mal wieder länger dauert, bis der gewünschte Effekt oder die Einstellung am Mischpult der Musikproduktions-Software reagiert, dann ist vermutlich die Audiolatenz zu hoch. Mit einem alternativen Treiber können auch günstige oder alte Soundkarten niedrige Latenzzeiten fahren.

Audio-Latenz verbessern auf günstigen Soundkarten

Die Audiolatenz bezeichnet unter anderem die Zeit, die der Computer benötigt, bis Änderungen am Audiosignal am Ausgang ankommen. Als Otto-Normal-Anwender kommt man nicht mit Latenzproblemen in Berührung. Ändert man beispielsweise etwas an der Einstellung des Equalizers im Player der Wahl, so ist es in der Regel völlig egal, ob es nun 0,18 oder 3 Sekunden dauert bis die Änderung hörbar ist. In der Musikproduktion spielt die Audiolatenz eine große Rolle. Spielt man beispielsweise zu einer gehörten Melodie das Schlagzeug ein, so sind 0,18 Sekunden schon durchaus zu lang, der Beat klingt nicht "tight". Die Latenz spielt noch an vieen anderen Stellen eine Rolle, doch dies soll nur einen groben Abriss geben worum es eigentlich geht. Die Latenzzeit entsteht überhaupt erst durch die Zusammenarbeit von Prozessor, Betriebssystem und Soundkarte. Wie die Kommunikation verläuft, bestimmt der Soundkartentreiber. Die mitgelieferten Treiber günstiger Soundkarten sind oft nicht besonders hochwertig, sind sie doch einfach nicht für den Einsatz im Professional Audio gedacht. Doch es gibt Abhilfe.

ASIO4All: Audiolatenz adé

ASIO steht für Audio System Input Output. Jeder (semi-)professionellen Soundkarte liegen ASIO-Treiber bei, dies ist die Pro-Variante der Audio Driver. Da diese bei Billigkarten eben oft fehlen, hat ein findiger Entwickler kurzerhand einen Einer-für-alle-Treiber entwickelt, der auf ASIO aufbaut. ASIO4All klinkt sich in Windows ein und meldet sich immer dann zu Wort, wenn eine Anwendung die ASIO-Schnittstelle abfragt. Softwares zur Musikproduktion tun dies in der Regel, denn hier ist eine niedrige Latenz eben einfach sinnvoll. Ist ASIO4All aktiv, ist das an dem kleinen Symbol in der Taskleiste erkennbar. ASIO4All Systray Nach einem Klick auf das Symbol im Systray öffnet sich die Benutzeroberfläche von ASIO4All. Linkerhand stehen die im PC verbauten Soundkarten zur Auswahl, rechterhand einige wenige Parameter. Hier findet man in der Regel schon durch bloßes Herumspielen eine passende Einstellung. Sobald das Signal von Knacksen durchsetzt ist, sollte man die Audiolatenz wieder ein wenig erhöhen - denn dann wars einfach zuviel des "Guten". asio4all 2_9 screenshot Doch in der Regel finden Einstellungen ohnehin in der "Software zum Musikmachen" statt, so dass man mit der Benutzeroberfläche von ASIO4All gar nicht in Berührung kommt. Für all jene, die gern tiefer eintauchen möchten, liegt ASIO4All eine prima Anleitung in deutscher Sprache bei.

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ASIO4All

ASIO für Onboard-Soundkarten

ASIO4All
Hersteller:
Lizenzart:
Freeware
System:
Win 7, XP, Vista, 98, ME, 2000
Sprache:
Deutsch
Version:
2.10 / 2.11beta2
Leserwertung:
3.39/5