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Immer mehr Viren kommen über gecrackte Software

Rainer W. Rainer W.

Eine neue Strategie: Schädlinge kommen immer häufiger nicht per Mail, sondern werden mit Raubkopien aus dem Internet verschickt. Der Download gecrackter Software ist mit hohen Risiken verbunden - doch paradoxerweise nicht immer verboten.

Im Jahr 2001 registrierte ein Fachdienst genau 787 PC-Schädlinge weltweit. Fünf Jahre später, 2006, kursierten über 403.000 Trojaner, Viren und sonstige Angreifer im Internet - ein Rekordwert, der bis zum Ende des laufenden Jahres wahrscheinlich eine weitere Steigerung erfahren wird. Ihre Wachstumsraten verdanken die Internet-Betrüger nicht zuletzt einem Strategiewechsel: Wie ein Report des Technikmagazins Chip zeigt, setzen sie bei der Verbreitung ihrer Malware nicht mehr nur auf E-Mails, sondern zunehmend auch auf Raubkopien begehrter Software, die sie im Web feilbieten.

Virenversender gehen neue Wege

In dem Artikel beurteilt Markus Mertes, Marketing-Direktor der Software-Firma Panda Security, die aktuelle Bedrohungslage: "E-Mails sind zwar immer noch der beliebteste Verbreitungsweg für Schädlinge. Doch das Sicherheitsverhalten der Nutzer hat sich verändert, sie werden sich der Gefahren durch Spam immer bewusster." Mehr Erfolg verspreche der Einsatz von Raubkopien. Laut Chip-Redakteur Andreas Hentschel bringen Google und Co. auch Laien in die so genannte Warez-Welt: "Bei Suchbegriffen mit dem typischen 'z' am Wortende wie Serialz, Moviez, Crackz oder Downloadz führen schon die ersten Treffer zu einschlägigen Seiten. Wer sich dort in die Foren begibt, ist von Vista, Photoshop und anderen Top-Programmen nur noch einen Mausklick entfernt."

Nur juristische Konsequenzen schrecken ab

Der Download von Raubkopien ist also nicht ungefährlich. Doch viele User lassen sich von der Gefahr, verseuchte Dateien herunterzuladen, nicht abschrecken. Schon eher scheinen juristische Konsequenzen präventive Wirkung zu entfalten. Doch paradoxerweise ist der Download einer Raubkopie nicht in jedem Fall strafbewehrt. Kann man eine rechtmäßig erworbene Software wegen eines Defekts oder Verlusts nicht einsetzen, ist die Rechtslage unklar, erklärt der auf IT-Recht spezialisierte Anwalt Max-Lion Keller gegenüber dem Magazin: "Ob legale Besitzer einer Software eine gecrackte Version nutzen dürfen, ist umstritten. Die bisherige Rechtsprechung dazu ist widersprüchlich." Andreas Hentschel empfiehlt, sich auf derlei Experimente keinesfalls einzulassen: "Der Kostenvorteil, den gecrackte Software bietet, steht in keinem Verhältnis zu den Risiken, die von diesen dubiosen Sites und Downloads ausgehen."

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Hersteller:
Lizenzart:
Shareware
System:
Win 7, XP, Win 8, Windows 10
Sprache:
Deutsch
Version:
2014
Leserwertung:
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