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Mit Firefox anonym surfen

Jan W. Jan W.

Zu den Wörtern des Jahres im Internet-Bereich zählen ohne Zweifel "Überwachung" und "Vorratsdatenspeicherung". In einem noch nie gekannten Ausmaß hat der Staat Interesse daran, die Aktivitäten seiner Bürger zu überwachen. Datensammelwut begründet die Regierung mit dem Kampf gegen Terrorismus und Kriminalität. Alle Maßnahmen würden natürlich nur dem Schutz der Bürger dienen. Neben dem Schutz der Privatsphäre kann es jedoch auch ganz plausible Gründe haben, sich im Internet anonym oder unter einer anderen Identität zu bewegen. Dazu gehören beispielsweise Videoportale, die als Multimedia-Quellen nur so von Bewegtbild überquellen. Neben Schund gibt es bei Videodiensten mitunter auch qualitativ hochwertige Filme und Dokus zu sehen. Die Filmchen lassen sich manchmal jedoch nicht in allen Ländern anschauen. Um dem Videogenuss in vollen Zügen fröhnen zu können, ist daher die Nutzung eines Proxys angesagt. Wenn Sie Firefox nutzen, ist dazu nicht einmal die Installation einer Software notwendig. Alles was Sie benötigen ist eine Firefox-Extension und diesen Guide. Ohne diese Extension sind die Proxy-Features von Firefox als äußerst rudimentär zu bezeichnen. Erst mit der Erweiterung FoxyProxy wird die Nutzung von Internet-Relaisstationen komfortabel.

Anonym surfen: Das steckt dahinter

Vor das ungefilterte Surfen hat der Proxy-Gott jedoch etwas graue Theorie gesetzt: Wenn Sie sich mit dem Internet verbinden, erfolgt dies in den meisten Fällen direkt über den Internetanbieter. Jedem Rechner wird eine IP-Adresse zugeteilt, über die die zweifelsfreie Identifikation möglich ist. Bei der Nutzung eines Proxys dient dieser als eine Zwischenstation, die sich zwischen PC-Nutzer und Internet schaltet. Alle Anfragen stellt der Rechner des Users zuerst an den Proxy, dieser leitet sie – meistens noch über weitere Stationen – an den Ziel-Server. Der angefragte Server weiß nicht, wie die IP-Adresse des Anfrage-Rechners lautet. Einzig und allein die IP des Proxys ist ihm bekannt. Der Surfer versteckt sich hinter dem Proxy.

Anonym surfen mit FoxyProxy und Proxy-Server

So konfigurieren Sie FoxyProxy für Firefox:

  • Nachdem Sie FoxyProxy über den unteren Downloadlink installiert haben, öffnen Sie über einen Rechtsklick auf das Icon FoxyProxy Icon und einen Klick auf Options die Konfiguration. FoxyProxy Proxy Details

  • Klicken Sie auf Add New Proxy. Unter dem Registerreiter Proxy Details ist die Eintragung der Proxy-Daten notwendig. Diese Proxy-Liste bewertet die Server nach Geschwindigkeit und gibt Aufschluss über den Standort. Klicken Sie auf Manual Proxy Configuration und tragen Sie unter "Host or IP Adress" die IP-Adresse und unter "Port" die Portnummer des Proxys ein. Bestätigen Sie die Änderungen mit OK. Exemplarisch hier die Konfigurationsdaten von freien Proxy-Servern (IP-Adresse:Port): * 130.37.198.244:3128 * 132.187.230.1:3127 * 94.23.232.198:3128 * 141.24.33.192:3128 * 193.174.155.27:3124

Anonym surfen mit Komfort: URL Patterns machen es möglich

Die Stärken von FoxyProxy liegen speziell in den sogenannten "URL Patterns". Mit diesen Regeln kann man die Proxy-Aktivierung an den Aufruf von bestimmten URLs binden. So funktioniert's: FoxyProxy URL Patterns

  • Rufen Sie die FoxyProxy-Einstellungen auf und wählen Sie eine Proxy-Konfiguration (Registerreiter "Proxies") aus. Anschließend ist noch ein Klick auf Edit Selection notwendig. Wechseln Sie jetzt noch per Klick zum Registerreiter URL Patterns.

  • Unter "Pattern Name" ist die Eintragung eines beliebigen Namens möglich. Das wichtigste Feld ist "URL Pattern". Hier ist die URL der Seite einzutragen. Bei unserem Beispiel Google lautet der Eintrag "google.de". Die Wildcards (*) signalisieren, dass alle URL-Zeichenfolgen, die "google.de" enthalten, erkannt werden. FoxyProxy aktiviert sich also sowohl bei "http://www.google.de" als auch "google.de". Für andere URLs gehen Sie nach dem gleichen Muster vor. Unter "URL Inclusion/Exclusion" legen Sie fest, ob das Pattern als Whitelist oder als Blacklist Verwendung findet. Bei einer Whitelist lädt FoxyProxy bei Eingabe der URLs die damit verbundenen Proxy-Einstellungen, im Falle einer Blacklist verhält es sich genau umgekehrt: Der Aufruf dieser Adressen findet nicht über einen Proxy statt. Übernehmen Sie die Änderungen mit OK.

Anonym surfen: Privatsphäre mit Verstand

Beim Surfen über einen Proxy ist man relativ anonym. Nur der Proxy-Betreiber kennt die eigene IP. Trotzdem sollte man Vorsicht walten lassen: Da der Proxy als Station zwischengeschaltet ist, kann der Betreiber theoretisch alle übertragenen Daten einsehen. Dazu gehören auch auf Websites eingegebene Passwörter. Webmail und soziale Netzwerke sollten vom Surfen über den Proxy ausgenommen werden. Wie das bequem geschieht, lesen Sie im Abschnitt zu den URL Patterns. Weiterhin sollte trotz Freude über die neue Surf-Freiheit stets im Hinterkopf behalten werden, dass kein Proxy hundertprozentige Sicherheit gewährleisten kann. Niemand ist im Internet komplett anonym. Also: Keine Dinge tun, die man auch nicht ohne Proxy machen würde. Wenn der Proxy nicht genügend Bandbreite zur Verfügung stellt, kann zudem die Surf-Geschwindigkeit abnehmen.

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