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Steuererklärung 2015: Alle Neuerungen und Fristen

Maria S. Maria S.

Die Frist für die Steuererklärung 2015 bzw. 2014 ist fast rum. Wer seine Steuer selbst macht, sollte die Änderungen kennen, um eine möglichst hohe Rückzahlung zu erzielen. Hier erfahren, was neu ist.

Rund 60 Prozent aller Steuerpflichtigen in Deutschland kümmern sich um ihre Steuererklärung selbst, ohne die Hilfe eines Steuerberaters oder von Lohnsteuerhilfevereinen. Nützliche Steuerprogramme, wie der kostenlose Download vom ElsterFormular helfen dabei. Auch wenn die Software jährlich aktualisiert wird, sollten Nutzer Gesetzesänderungen und neue Regelungen kennen.

Abgabetermin der Steuererklärung 2015

Normalerweise endet die Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung am 31. Mai. In diesem Jahr bekommen Steuerpflichtige eine Gnadenfrist von einem Tag, denn der letzte Maitag fällt auf einen Sonntag. Somit muss bis zum 01. Juni die Steuererklärung 2015 bzw. die Steuererklärung für das vergangene Jahr an das Finanzamt übergeben worden sein. Hat das Finanzamt bis zum besagten Tag weder digital noch per Post die Formulare und Unterlagen erhalten, müssen Nutzer mit Verspätungszuschlägen rechnen. Wird weiteren Aufforderungen des Finanzamtes nicht nachgegangen, drohen noch mehr Gebühren und Zinsen.

Steuererklärung 2015

Ausnahmen: Wird die Einkommensteuererklärung über einen Steuerberater erstellt, verlängert sich die Abgabefrist bis zum 31. Dezember 2015. Auch Freiwillige, die nicht in der Pflicht sind, ihre Steuererklärung 2015 abgeben zu müssen, können sich Zeit lassen. Die Erklärung kann rückwirkend bis zum31. Dezember 2018 eingereicht werden.

Wer muss seine Steuererklärung einreichen?

Die Abgabe der Einkommensteuererklärung ist keine Pflicht für den deutschen Steuerzahler. Allerdings könnten sich viele damit Geld vom Staat zurückholen. Im Schnitt ist ein Geldsegen zwischen 800 und 1000 Euro möglich. Zu den Steuerpflichten zählen:

  • Arbeitnehmer, die einem zweiten Job nachgehen
  • Selbstständige
  • oftmals Verheiratete

Was ist bei der diesjährigen Steuererklärung neu?

2014 hat der Staat einige Neuerungen bei der Steuer vorgenommen, die sich auch auf die Steuererklärung 2015 auswirken.

Steuererklärung 2015 Neuerungen

  • (1) Grundfreibetrag: Der Betrag, welcher sicherstellen soll, dass Einkommen am Existenzminimum nicht versteuert werden muss, wurde auf 8354 Euro erhöht. Zuvor lag der Grundfreibetrag bei 8130 Euro.

  • (2) Unterhaltszahlungen: Steuerzahler, die Unterhalt leisten, können diesen Betrag von der Steuer absetzen. Der Höchstbetrag wurde ebenfalls auf 8354 Euro heraufgesetzt.

  • (3) Reform bei Reisekosten: Mit Beginn des Jahres 2014 gelten neue Regelungen für Geschäftsreisen. Ist der Arbeitnehmer 24 Stunden von seinem Wohnsitz entfernt, erhält er 24 Euro. Ist die Abwesenheit länger als acht Stunden, erhält er 12 Euro. Bei mehrtägiger Reise werden für An- und Abreisetag jeweils 12 Euro veranschlagt. Arbeitnehmer, die ihre Verpflegungspauschalen vom Arbeitgeber nicht erstattet bekommen, können diese anderweitig abrechnen. Hierfür soll in der Steuererklärung 2015 der Bereich der Werbungskosten genutzt werden. Für das Frühstück werden 20 Prozent (bei 24 Euro sind das 4,80 Euro) der Verpflegungspauschale angesetzt; für Mittag und Abendbrot jeweils 40 Prozent (rund 9,60 Euro). Hinweis: Wie bisher ist die Zahlung von steuerfreien Verpflegungspauschalen auf die ersten drei Monate der Auswärtstätigkeit beschränkt.

  • (4) Zweitwohnung: Steuerpflichtige, die aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung mieten, können einen Teil der Kosten absetzen. Unter der Bezeichnung doppelte Haushaltsführung können Nutzer mit der neuen Regelung nun maximal 1000 Euro monatlich absetzen. Zudem wurde nun endlich die Entfernung zum Arbeitsplatz geregelt: Die Zweitwohnung darf nur halb so weit weg sein, wie der Hauptwohnsitz. Längere Distanzen gelten nicht als Zweitwohnsitz. Des Weiteren ist festgelegt, dass der Steuerzahler mindestens 10 Prozent der Miete des Hauptwohnsitzes zahlen muss, um einen Zweitwohnsitz steuerlich absetzbar zu machen.

  • (5) Außergewöhnlich hohe Belastungen: Darunter zählen u.a. Krankheitsfälle, Kosten bei Umbauarbeiten für ein barrierefreies Haus usw. Der Nutzer kann bei solch ungewöhnlichen Kosten einen Antrag auf Verteilung stellen. Dieser soll bewirken, dass die außergewöhnlichen Belastungen, die sich im Entstehungsjahr in der Steuer nicht komplett auswirken, auf bis zu 5 Jahre verteilt werden. Wird diesem Antrag nicht stattgegeben, können Anwender Einspruch einlegen und dabei den Urteilsspruch vom FG Saarland heranziehen (Urteil vom 6.8.2013, 1 K 1308/12).

  • (6) Haushaltsnahe Dienstleistungen: Wer für haushaltsnahe Arbeiten jemanden beauftragt, kann Teile dieser Kosten steuerlich absetzen. In der Steuererklärung 2015 können maximal 20.000 Euro zu einem Fünftel geltend gemacht werden. Die Arbeiten müssen direkt auf dem Grundstück oder in dem Objekt durchgeführt worden sein. Anerkannt werden u.a. Kinderbetreuung im Haus, Pflegedienste, Reinigungen und teilweise Gartenarbeiten. Hinweis: Barzahlungen werden nicht berücksichtigt, es müssen Belege für Überweisungen vorliegen. Auch ein Teil der Schornsteinfeger-Arbeiten wie Wartung, Reparaturen und Kehrarbeiten werden anerkannt. Zum Teil überschneidet sich der Bereich mit Handwerksarbeiten. Folgende Arbeiten können auch von der Steuer abgesetzt werden.

Steuererklärung 2015 Handwerksarbeiten

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