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Kostenlose Bilder: Worauf Online-Redakteure bei Flickr achten müssen!

Mark K. Mark K.

Hunderttausende von Fotos stehen bei Flickr kostenlos zur Verfügung, auch für kommerzielle Zwecke. Wie man sie findet, worauf bei den Fotocredits zu achten ist und welche typischen Fettnäpfchen man dabei im Blick behalten sollte – etwa bei der Bearbeitung von Originalbildern mit kostenlose Bildprogramme wie GIMP –, ist Gegenstand des folgenden Tutorials.

So findet man bei Flickr kostenlose Bilder

Zunächst: Detaillierte Kenntnisse über alle Creative Commons Lizenzen sind im Vorfeld nicht notwendig – hierfür gibt’s die erweiterte Suchmaske und eine gesunde Portion Menschenverstand. So funktioniert's im Einzelnen:

  1. Zunächst ruft man die erweitere Suchmaske bei Flickr auf. Sie ist unter folgendem URL in deutscher Sprache verfügbar: https://www.flickr.com/search/advanced/. Ganz oben gibt man das Keyword ein, also zum Beispiel „New York“, wenn man Bilder benötigt, die mit dem Begriff „New York“ getagged sind. Tipp: Flickr wird international genutzt. Mit englischen Suchbegriffen findet man deutlich mehr Bilder als mit deutschen Begriffen. Über die Checkboxen direkt unter dem Keyword-Eingabefenster kann man die Suche nach Bedarf weiter einschränken, etwa nach Medientyp (Foto/Video) oder nach Datum. Kostenlose Bilder Die erweiterte Suchmaske bei Flickr (Screenshot: www.flickr.com)

  2. Creative-Commons-Lizenz auswählen: Ganz unten befindet sich der Filter für die Such-Einschränkung nach Bildern mit einer Creative-Commons-Lizenz. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man das Häkchen sowohl für die kommerzielle Nutzung als auch mit Änderungs- und Bearbeitungsrechten setzt. Kostenlose Bilder Creative Commons Creative-Commons-Lizenz-Filter in der Suchmaske (Screenshot: www.flickr.com)

  3. Prüfung der Inhalte: Wie bei jeder maschinellen Suche können auch bei Flickr Fehler auftreten, sprich: Hin und wieder rutschen in die Liste mit den vermeintlich kostenlosen Bildern auch Fotos, die an dieser Stelle nichts verloren haben. Deshalb ist es unerlässlich, dass man die Lizenz zusätzlich noch mal auf der Seite mit dem ausgewählten Bild checkt. Der entsprechende Info-Kasten befindet sich rechts unter dem Bild. Mit einem Klick auf das Rechte-Symbol öffnet sich eine neue Seite mit der Zusammenfassung des Lizenztextes. Bilder und Fotos, die unter der Lizenz CC BY 2.0 laufen, kann man in journalistischen und nicht-journalistischen Redaktionen bedenkenlos verwenden. Kostenlose Bilder bei Flickr Info-Kasten mit CC-Lizenz Info-Kasten mit Lizenzangabe (Screenshot: www.flickr.com)

Worauf man bei den Fotocredits kostenloser Flickr-Bilder achten muss

Auch kostenlose Bilder, die mit einer CC-Lizenz für die kommerzielle Nutzung frei geschaltet sind, müssen nach einem bestimmten Muster ausgezeichnet werden. Dazu gehören:

  • Titel des Bildes

  • Name/Flickr-Username des Fotografen (inkl. Link zum Originalbild bei Flickr)

  • CC-Lizenzangabe (inkl. Link zum Lizenztext)

  • Hinweis bezüglich eigener Bearbeitungen

  • Zusätzliche Angaben in der Bildbeschreibung beachten!

Kostenlose Bilder richtige Creditangaben bei Bilder mit der Lizenz CC BY 2.0 Foto: flickr von Rosana Prada, CC BY 2.0, bearbeitet von freeware.de

Auch wenn man das Bild nicht weiter bearbeitet, nur die Größe dem Reaktionssystem angepasst wird, darf der Hinweise „bearbeitet von ...“ nicht fehlen, denn streng genommen gilt auch die Größenänderung – manuell oder automatisiert – als Bildbearbeitung.

Tipp: Nicht in allen Content-Management-Systemen ist die Beschriftung von Bildern, etwa in Bilduntertiteln, vorgesehen. In dem Fall kann man den Fotocredit behelfsmäßig auch unter den Fließtext packen – ist zwar nicht die feine englische Art, wird aber vielerorts praktiziert und allgemein geduldet.

Darüber hinaus formulieren einige Flickr-Nutzer in der Bildbeschreibung zusätzliche Bedingungen, etwa dass das Bild nur verwendet werden darf, wenn man einen weiteren Backlink zur Homepage setzt – besonders beliebt bei SEOs. Auch wenn nur sehr wenige Nutzer davon Gebrauch machen, haben die in der Bildbeschreibung formulierten Nutzungsbedingungen oberste Priorität.

Tipps und Hinweise, wie man das Rest-Risiko mindern kann

Ein gewisses Rest-Risiko bleibt bei der Verwendung von Bildern aus nutzergenerierten Bilddatenbanken immer bestehen. Die folgenden Tipps und Hinweise helfen dabei, die Risiken zu minimieren:

  • Es sind Fälle bekannt, in denen von Dritten und unter falschem Namen urheberrechtlich geschützte Fotos hochgeladen und in der Bilddatenbank mit einer freien Lizenz gekennzeichnet wurden. Bei besonders professionell wirkenden Bildern sollte man deshalb skeptisch werden und die Echtheit noch mal gegen checken: Wie lange ist der Flickr-Nutzer schon Mitglied? Haben die anderen Fotos im Foto-Stream eine vergleichbare Qualität? Wurden die Bilder mit derselben Kamera aufgenommen? Sicher: Nur weil die Fotos ein- und desselben Fotografen mit unterschiedlichen Kameras aufgenommen oder von unterschiedlicher Qualität sind, heißt das noch lange nicht, dass sie geklaut sind – der Gesamteindruck ist entscheidend. Um mögliche Schadensersatzansprüche von vornherein auszuschließen, sollte man im Zweifelsfall besser auf ein anderes Foto ausweichen.

  • Die amerikanische Bildagentur Getty Images geht bei Flickr regelmäßig auf Einkaufstour. Dadurch können Bilder, die morgens noch frei waren, noch am gleichen Tag eine ganz andere Lizenz bekommen. Generell steht es Flickr-Nutzern offen, die Lizezierung ihrer Bilder jederzeit zu ändern – ohne dass ersichtlich ist, wann welche Lizenz geändert wurde.

  • Genau hinsehen muss man bei Flickr-Fotos, die eindeutig erkennbare Personen oder Kinder zeigen, nicht zuletzt aufgrund der Unkenntnis vieler Hobby-Fotografen in puncto Persönlichkeitsrechte. Hier lohnt sich im Zweifelsfall ebenfalls ein Blick in die Bildbeschreibungen und/oder die Profil-Seite des Flickr-Nutzers: Sind auf dem Foto fremde Kinder oder die Kinder des Fotografen abgebildet? Auch hier ist wieder der Gesamteindruck entscheidend! Spricht das Drumherum eher dafür, dass Personen – womöglich noch in unvorteilhaften Situationen – ohne ihr Wissen und/oder Einverständnis fotografiert und ins Internet gestellt wurden, sollte man besser die Finger davon lassen.

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