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Google Chrome im Test - Erste Eindrücke

Oliver W. Oliver W.

Mit Pauken und Trompeten - anders kann man die gestrige Ankündigung des neuen Browsers Google Chrome nicht beschreiben. Die komplette Web-Welt rotiert, testet und schreibt über den Neuling, und User auf dem ganzen Globus laden seit gestern Abend die Beta des neuesten Webseitenbetrachters herunter. Falls Sie noch nicht dazugehören - wir haben uns den Neuling mal für Sie angeschaut.

Google Chrome im Test - Erste Eindrücke

Google Chrome soll besonders für Webanwendungen wie Webmailer, beispielsweise das von Google selbst angebotene GoogleMail oder auch GoogleDocs optimiert sein und verspricht hier dank des eigens entwickelten Java V8 beste Werte, wie auch verschiedene Benchmarks verraten. Installation Das Chrome Setup geht ziemlich zügig voran. Nach Bestätigen der Nutzungsbedingungen wird ein Websetup heruntergeladen und nach dem Ausführen die Programmdateien kopiert. Mit einer ordentlichen Webanbindung ist der Browser in einer Minute geladen und installiert. Ohne das Notwendigwerden eines Neustarts kann es sofort losgehen. Der erste Start Das erste Laden des Browsers nach einem Systemstart dauert einige Sekunden, die wohl für die Initialisierung der eigens entwickelten Java-Engine V8 draufgehen. Jeder weitere Start geschieht dafür - man kann es nicht anders taufen - einfach sofort nach dem Klicken des Chrome-Icons. Der erste optische Eindruck ist schlicht. Jeglicher Schnickschnack, Hochglanz, Menüs oder sonstige Spielereien, an die man heute eigentlich gewöhnt ist, fehlen völlig. Die Startseite Google Chrome StartseiteZunächst öffnet sich die Chrome-eigene Startseite mit einem Suchfenster und - sofern vorhanden - den aus Firefox automatisch importierten Lesezeichen, zumindest den zuletzt hinzugefügten. Die weiteren werden automatisch der Lesezeichenleiste hinzugefügt und über dem eigentlichen Browserfenster angezeigt. Nachdem einige Seiten besucht wurden, werden die meist besuchten Websites mit Titel und Schnappschuss auf der Startseite angezeigt. Auf Knopfdruck wird eine Gesamtübersicht, der Verlauf, in tabellarischer Form dargestellt. Hier wird komfortabel nach Google Chrome Startseite 2Tagen sortiert und weiter gegliedert nach eizelnen Benutzungs-Sessions und Uhrzeit, und zwar werden nicht nur die URLs angezeigt, sondern der Titel der jeweiligen Unterseite - das erspart lästige Sucherei. Wem die Startseite keinen Spaß bereitet, der kann sich auch einen leeren Tab oder eine Website der Wahl anzeigen lassen. Es lassen sich auch mehrere Startseiten definieren, die dann alle in Tabs geöffnet werden. Die Adresszeile Die Adresszeile orientiert sich an der Leiste des Firefox 3. Während der Eingabe werden hier aus Favoriten und bereits besuchten Webseiten Vorschläge geliefert, die dann per Klick oder Cursor ausgewählt werden können. Ebenso werden als beliebt eingestufte Websites in die Vorschläge miteinbezogen. Hier kennt sich Google ja bestens aus, andere Anbieter holen ihre Daten auch vom Suchdienstriesen. Die Adressleiste funktioniert sehr flüssig und lieferte in unseren Tests bislang immer vernünftige Angebote.

Kürzlich geschlossene Tabs  War der Zeigefinger mal wieder zu schnell? Tab geschlossen, Seite weg? Auch die kürzlich geschlossenen Tabs sind Bestandteil der Startseite und können per Klick ganz ohne Streifzug durch Verlauf oder Adressleiste einfach wiederhergestellt werden. Favoriten / Lesezeichen **Die Lesezeichenleiste wird etwas anders gehandhabt als bei der Konkurrenz. So kann die Leiste entweder, wie gewohnt, immer und in jedem Tab angezeigt werden, oder nur auf der Startseite. In einem neu geöffneten Tab fehlt sie dann völlig, so bleibt mehr Platz zum Anzeigen der eigentlichen Homepage. Google Chrome AnwendungsverknüpfungÜber das Menü können sogenannte Anwendungsverknüpfungen für einzelne Seiten erstellt werden, die per Auswahl auf dem Desktop, im Startmenü oder der Quickstartleiste angezeigt werden können. Diese Verknüpfung verhält sich exakt wie eine "normale" Verknüpfung und kann also mit eigenen Symbolen, Optionen und Shortcuts belegt werden. **Surfen Ein Broser ist ja nun mal zum Surfen da, also was kann das verchromte Surfbrett? Eins steht fest: Es lädt unglaublich schnell und rendert auch komplexe Seiten wie nix. Unter Rendering versteht man den Aufbau und das Zusammensetzen der vielen kleinen Bestandteile (Grafiken, Tabellen, Skripte etc) einer Webseite. Der schnelle Seitenaufbau ist auf die Verwendung der schnellen Webkit-Engine zurückzuführen, die von Apple entwickelt wurde. Die Benchmarkwerte sind berauschend. Je nach Anwendung und Testverfahren ist Chrome bis zu 15mal schneller als der IE8. So oder so ist er aber in allen Tests, unabhängig von Verfahren und Konkurrenzbrowser, ausnahmslos immer schneller als der Rest. Hierzu muß der Fairness halber gesagt werden, dass Chrome auch ohne jeglichen Ballast daherkommt und ausschließlich das tut, was ein Browser tun soll: Webseiten anzeigen. Inkognito bleiben Sei es im Internetcafe, oder bei der Bestellung von Geburtstagsgeschenken am heimischen Familienrechner, manchmal will man eben nicht, dass die anderen Nutzer des Computers wissen, was man so getrieben hat. Dafür stellt Chrome einen speziellen Inkognito-Modus zur Verfügung, die hierin besuchten Webseiten werden nicht im Verlauf festgehalten. Gespeicherte Favoriten bleiben jedoch erhalten. Anwendungs- und Absturzsicherheit Chrome beschreitet eigene Wege in puncto Tabs. Derzeit aktuelle Browser öffnen pro geöffnetem Fenster einen Prozess, alle darin geöffneten Tabs sind darin enthalten. Stürzt ein Tab also ab, so sterben die anderen Tabs des Fensters zwangsläufig mit. Chrome öffnet für jeden Tab einen eigenen Prozess, beim Absturz eines Tabs bleiben alle anderen also erhalten und laufen unberührt weiter. In unseren Tests blieb der Browser bislang allerdings gänzlich stabil, Langzeittests bleiben abzuwarten. Jeder einzelne Tab läuft wiederum in einer Sandbox. Das bedeutet, dass der Prozess keinen unmittelbaren Zugriff auf das Betriebssystem erhält, was ein großes Plus in Sachen Anwendungssicherheit bedeutet. Andere Hersteller hatten sich aufgrund der etwas intensiveren Speichernutzung dagegen entschieden. Durch die Verwendung der sehr speichereffizient arbeitenden Komponenten Java V8 und Webkit wird der Mehrverbrauch jedoch wieder relativiert. Der Taskmanager Google Chrome hat einen eigenen Taskmanager, zu erreichen über das Menü oder Drücken von Shift+Esc. Hier wird der verwendete Arbeitsspeicher sowie die CPU- und Netzwerklast jedes einzelnen Tabs und des kompletten Browsers angezeigt. Einzelne evtl. abgestürzte Tabs können hier geschlossen werden. Plugins Flash- und Shockwave-basierte Seiten werden problemlos angezeigt und schnell aufgebaut. Bei der Anzeige von PDFs weicht der Browser allerdings schon auf den installierten PDF-Betrachter aus und lädt die Datei herunter, anstatt sie im Browserfenster zu öffnen. Da Chrome in Sachen Standards ganz eigene Wege geht, müssen entsprechende Plugins erst durch Google angepaßt und integriert werden. Spaßeshalber haben wir versucht Microsofts Flashkonkurrent Silverlight zu installieren, daran zeigten sowohl Browser als auch Silverlight allerdings wenig Interesse. Aufgrund der offenkundigen Abneigung von Google gegenüber Microsoft bleibt mit Spannung abzuwarten, wie hier verfahren wird. Da Silverlight außer auf MS-Seiten allerdings keine wirklich große Rolle im Web-Alltag spielt, läßt sich hiermit auch zunächst leben. Optionen optionen.pngDas Optionsmenü ist, ebenso wie das Outfit des Browsers, sehr spartanisch gehalten und beinhaltet nur die wichtigsten Optionen. Die Standardsuchmaschine kann eingestellt werden (!), ebenso das Verhalten beim Start des Browsers. Downloadpfad, Passwortspeicherung und Schriftarten zieren die zweite Options-Seite. Die dritte Seite liefert Setup-Möglichkeiten zum Webproxy, dem Popup- und Phishingfilter und der Verwaltung von SSL, also sicheren Webseiten wie beispielsweise Homebankingportalen etc. Interessant ist, dass die Option zur Übermittlung von Nutzungsstatistiken an Google standardmäßig, man höre und staune, inaktiv ist. Scheinbar hat Google hier aus den Geschehnissen rund um Google Desktop gelernt, wo ohne das Zutun des Users im Auslieferungszustand die Indizes der privaten Dateien ins Internet übertragen wurden. Fazit Der Browser läuft sehr schnell und - soweit die Kurztests eine Beurteilung zulassen - auch stabil. Die bislang etwas triste Kleidung von Chrome wird, nicht zuletzt aufgrund der avisierten Offenlegung des Sourcecodes, sicherlich künftig noch über Skins aufzupeppeln sein. Auch in Sachen Plugins wird sich noch einiges tun. Für eine Beta läuft das gute Stück allerdings sehr rund und gut, hier hat Google mal wieder Nägel mit Köpfen gemacht - Respekt. Ein nicht ganz unwichtiger Punkt könnte noch das Thema Datenschutz werden. Weitere Informationen zum Thema Google Chrome Datenschutz haben wir für Sie auf einer weiteren Seite zusammengetragen.

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Google Chrome

Schneller Browser mit zahlreichen Zusatzfunktionen

Google Chrome
Hersteller:
Lizenzart:
Freeware
System:
Win 7, XP, Server 2003, Vista, Server 2008, Win 8, Windows 10
Sprache:
Deutsch
Version:
61.0
Leserwertung:
3.77/5