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Internet Explorer 8 - neue Funktionen & neue Probleme

Oliver W. Oliver W.

Gerade so konnte Microsoft das Versprechen einhalten, die zweite Beta des Internet Explorers numero 8 im August zu veröffentlichen. Die nächste Generation des On- und Offline-Betrachters verspricht eine Reihe praktischer neuer Funktionen, die unter anderem helfen, fundiert, aber zeitsparend, zu recherchieren. Die Beta 2 enthält alle Funktionen, die für die Vollversion geplant sind. Wir haben uns die Einzelheiten mal für Sie angesehen.

1. Primärziel: Mehr Geschwindigkeit für den Nutzer

Es wird geklotzt und nicht gekleckert. Kürzeres Laden des Browsers und ein schnellerer Seitenaufbau wird versprochen. Registerkarten oder Tabs können nun zu Gruppen zusammengefaßt und so sinnvoll organisiert werden, das erspart lästige Sucherei nach Registern, die sich wieder mal gut getarnt zwischen vielen anderen themenfremden Tabs verschanzt haben. Webslices  Sowieso steht der neue Internet Explorer unter dem Zeichen: Schneller ist besser. Webseiten, deren Inhalt sich oft ändert, wie Newsseiten etc., müssen nicht mehr manuell nach Neuerungen durchsucht werden, sondern können mit den neu eingeführten Webslices quasi indiziert werden. Wird ein Webslice angeboten, so wird dies durch ein Symbol auf der Seite angezeigt und der Slice kann abonniert werden. So muß die Seite künftig nicht mehr besucht werden, um Neuigkeiten zu suchen und zu erfahren, sondern es wird auf aktualisierte Webslices hingewiesen, anschließend können diese dann angezeigt werden, auf Wunsch auch zunächst in einer Vorschau. Dies erinnert an RSS-Feeds, bloß ein wenig aufgebohrt. Die Adressleiste **Auch die Adresszeile wurde überarbeitet. Hier können nun direkt Suchbegriffe eingegeben werden, wie von den beiden großen Mitbewerbern Firefox und Opera bereits seit einigen Monaten angeboten. Während der Eingabe erscheinen sinnvolle Vorschläge, die aus Inhalt und Namensgebung von Webseiten sowie bekannten RSS-Feeds und den lokalen Favoriten zusammengesucht werden. Windows-XP Nutzer müssen unter Umständen die aktuelle Windows Search 4 installieren, um die Suche voll nutzen zu können. Mausfetischisten bekommen nun zusätzlich die Möglichkeit spendiert, gespeicherte Einträge aus der Adressleiste per Klick zu löschen, was vorher nur per "Entf" bei markiertem Eintrag möglich war. **Schnellinfos Eine der praktischsten Änderungen für all jene, die im Internet recherchieren, dürften die Schnellinfos sein. Man definiert die Lieblings-Suchdienste und kann fortan von jeder beliebigen Webseite aus darauf zugreifen. Und zwar ganz einfach, indem der zu recherchierende Inhalt markiert und anschließend per rechter Maustaste ausgewählt wird, mit welchem Dienst die Markierung überprüft werden soll.

2. Primärziel: Sicherheit & Datenschutz

**Stichwort InPrivate **Schlecht administrierte Internetcafes, wo der Browserverlauf nicht gelöscht wird, öffentlich zugängliche Rechner am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Stellen sind jedem über die Privatsphäre nachdenkenden Nutzer ein Greuel. Mit dem neuen InPrivate-Browsen sorgt Redmond hier für etwas Entspannung: Durch Aktivieren der neuen Option schaltet der Browser in einen alternativen Modus, der keinerlei Aufzeichnungen wie Cookies, Verlaufseinträge, Formulardaten o.ä. speichert. **SmartScreenFilter **Phishing ist und bleibt ein Thema, dass es nicht zu avernachlässigen gilt. Der SmartScreenFilter ist die Weiterentwicklung des AntiPhishing Filters und hilft durch Sammeln von Informationen dabei, vor gefährlichen Webseiten zu warnen. Beim Besuch entsprechend gelisteter Webseiten wird eine Warnseite vorgeschaltet, die auf die Gefahr hinweist. Erst nach Bestätigen der entsprechenden Meldung kann die Seite geöffnet werden. Um es gerade für Anfänger und Nicht-Experten etwas leichter zu machen, aus der stellenweise entstehenden Riesenwurst in der Adresszeile herauszulesen, auf welcher Webseite man sich denn gerade befindet, wird die eigentliche Domain künftig fett hervorgehoben.

3. Primärziel: Anwenderfreundlichkeit

Künftig werden abgestürzte Sitzungen beim erneuten Öffnen des Browsers wiederhergestellt, natürlich abhängig von der jeweiligen Einstellung. So gehen eventuell in mühevoller Kleinstarbeit zusammengesuchte Webseiten beim Absturz von Browser oder gar System nicht mehr verloren. Auch beim Absturz eines Registers wird der Browser selbst nicht mehr tangiert, sondern nur die entsprechende Registerkarte auf Eis gelegt. Diese beiden Funktionen sollten in Zukunft einige Viel-Surfer-Nerven sparen können.

Faux-Pas

Einen kleinen Schnitzer haben sie leider eingebaut, die Update-Strategen des Softwareriesen. Ist die Beta 1 des IE 8 installiert, anschließend wird das Win XP Service Pack 3 aufgespielt und danach die Beta 2, so läßt sich die Beta nicht mehr deinstallieren. Es bleibt zu hoffen, dass die Vollversion , die gern nach einer Deinstallation der Vorabversionen schreit, dies berücksichtigt und nicht die Installation verweigert. Also: Vor Installation des Service Pack3 Internet Explorer Beta 1 deinstallieren.

Fazit

Alles in allem hat Microsoft hier eine Sammlung guter und runder Verbesserungen geliefert, wenngleich einige aufgrund der späten Auslieferung auch nur mit den Konkurrenzprodukten gleichziehen. Der Browser läuft gut und rund, als Vielsurfer hat man sich schnell an die neuen Funktionen gewöhnt und möchte sie nicht mehr hergeben. Gerade beim Thema Programmstart hat der IE gegenüber den anderen einfach die Nase vorn, das könnte ein Argument dafür sein, das Redmonder Surfbrett unterzuschnallen und nicht etwa den Feuerfuchs mit einer Reihe an Plugins auf ähnliche Werte zu bringen. Download IE8 Beta 2

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Freeware
System:
Win 7, Server 2008, Win 8, Windows 10
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Deutsch
Version:
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