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andLinux: Linux nahtlos mit Windows verknüpfen

Oliver W. Oliver W.

Linux ist in den Augen vieler User ein effizientes Stück Software, welches durch seine Open-Source-Technik immer wieder heraussticht und eine technisch sehr weit vorangeschrittene Plattform bietet. Doch mit dem Fortschritt kommen für Neulinge auch Probleme einher, welche sich in Unverständnis für bestimmte Funktionen, Unwissenheit bezüglich benötigter Konsolenbefehle und Argwohn der größtenteils fremdartig wirkenden Oberfläche gegenüber,ausdrücken. Auch will nicht jeder gleich ein komplettes Linux statt Windows installieren. Die Möglichkeit einen Schnupperkurs zu machen, ohne auf seine persönliche Oberfläche und den entsprechenden Komfort verzichten zu müssen, würde sicherlich viele User anlocken und einige womöglich zum Gedanken des Umsteigens auf Linux ermuntern. Doch solche Testmöglichkeiten sind sehr rar gesät, da helfen auch nicht immer virtuelle Maschinen, für die einigen Nutzern schlicht die Rechnerkraft fehlt oder einfach auch das Wissen über die Anwendung. Und exakt für diese Fälle ist andLinux geeignet. Es basiert auf coLinux und wird nicht separat zu Windows installiert, sondern als Shell-Zusatz. Es wird dabei auf eine bereits bestehende Partition installiert, die NTFS-Formatiert sein muss. Danach steht dem Nutzer entweder der KDE-Desktop von Linux bereit oder nur ein minimalistisches Grundsystem, je nachdem, für welchen Download sich der Nutzer entschieden hat.

Beide Oberflächen jedoch existieren additiv zur Windows-Oberfläche und lassen sich frei verändern und positionieren. Die beiden Betriebssysteme arbeiten aber nicht nur parallel, sondern auch miteinander, was zur Folge hat, dass man beispielsweise Text von einer Windows-Anwendung in eine Linux-Anwendung kopieren kann. Umgekehrt ist der Vorgang natürlich ebenfalls möglich. Fenster existieren ebenfalls so, als wären alle von einem Betriebssystem. Es muss der Fairness aber dazugesagt werden, dass andLinux auch Nachteile hat. Es hat keinen exklusiven Zugriff auf manche Teile der Hardware, weil das Hauptbetriebssystem noch immer Windows ist, wenn andLinux installiert ist. Desweiteren benötigt es mit dem KDE-Desktop satte 4,5 GB auf der Festplatte. Dafür kann man unter diesem System nahezu alle Linux-Programme ausführen und man erhält praktisch ein voll funktionsfähigs Linux zum Testen. Wer es doch nicht mehr nutzen möchte, kann es auch wieder deinstallieren, wie ein normales Programm. Im Übrigen ist andLinux nicht allein auf seine mitgebrachten Programme angewiesen. Es ist möglich, weitere Programme nachzuinstallieren, was in vielen Fällen auch sinnvoll ist, da andLinux nach Angaben seiner Hersteller eben kein Bündel von Linux-Programmen ist, sondern eine Grundbasis zum Texten und Erweitern. Im Resumée bleibt von andLinux ein wohltuendes Gefühl hängen. Das System klinkt sich nur mit ein, statt andere aus, es arbeitet mit Windows zusammen und bietet gute Möglichkeiten für Einsteiger, sich mit Linux anzufreunden. Von daher ist andLinux durchaus eine Empfehlung wert.

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