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Bedrohung durch Spam, Phishing & Co. erreicht neue Dimension

Jan W. Jan W.

Auf dem 4. Deutschen Anti-Spam-Kongress hat der Verband der deutschen Internetwirtschaft die Kritik an den geplanten Anti-Spam-Gesetzen erneuert. Die geplanten Maßnahmen seien völlig unbrauchbar. Die kriminelle Energie der Täter steige ständig.

Als wesentliche Veränderungen innerhalb der Spam-Problematik haben sich laut dem eco-Verband die immer niedrigere Hemmschwelle der Täter und neue Formen der Angriffe auf persönliche Daten im Netz herauskristallisiert. Damit erreichen Spam und andere Arten des Datendiebstahls eine völlig neue Dimension und bewegen sich weg vom Ärgernis hin zu strafrechtlich relevanten Sachverhalten.

Zielte das herkömmliche "Spamming" vergleichsweise harmlos noch auf den Absatz zweifelhafter Waren und Dienstleistungen ab, verfolgen die Täter heute über Phishing, Pharming, Identitätsdiebstahl und andere Handlungen betrügerische Absichten mit der Konsequenz eines beträchtlichen finanziellen Schadens beim Opfer.

Datendiebstahl im Fokus

Die eigens für solche Fälle eingerichtete Internet-Beschwerdestelle verzeichnet einen deutlichen Zuwachs des gegenüber herkömmlichem Spam wesentlich subtileren und dadurch auch gefährlicheren Datendiebstahls: Von den täglich über dreihundert Beschwerden betreffen mittlerweile 15 bis zwanzig Prozent Phishing-Attacken, Tendenz steigend. Die Zeiten, in denen Phishing-Mails noch in schlechtem Deutsch verfasst und damit auf den ersten Blick erkennbar waren, sind längst vorbei.

So ist etwa Pharming für den Laien praktisch gar nicht mehr zu erkennen. Hier wird die Host-Datei eines Rechners manipuliert, so dass der eingegebenen Internetadresse die richtige IP-Nummer des Servers im Internet zugeordnet wird. Zu Nutze gemacht haben sich die Täter auch den Hinweis der Banken an ihre Kunden, zur Angabe ihrer Daten niemals das Internet, sondern das Telefon zu benutzen. Ein automatisches Ansagesystem fordert den Anrufer auf, seine Daten anzugeben. Bekannt geworden ist diese Methode unter dem Begriff "Vishing" (einer Zusammensetzung aus Phishing und Voice).

Kritik an geplanten Maßnahmen der Regierung

Im Rahmen des Kongresses unterstrich der eco-Verband seine Kritik an der geplanten Anti-Spam-Regelung, die im neuen Telemediengesetz Eingang finden soll. Das Gesetz suggeriere dem Konsumenten lediglich, dass etwas getan werde, so die Sicht des Verbands. So sei beispielsweise die Einordnung von Spam als Ordnungswidrigkeit nicht sachgerecht, da unerlaubte E-Mail-Werbung bereits nach derzeitiger Rechtslage verboten sei. Zudem hätten die geplanten Regelungen für die große Masse der Täter keine Bedeutung, da rund 97 Prozent der Spam-Mails nicht aus Deutschland kämen.

eco setzt demgegenüber auf die von der deutschen und internationalen Internetwirtschaft ergriffenen Maßnahmen. Eine internationale Zusammenarbeit sei absolut notwendig, um Spam wirksam zu bekämpfen.

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