Tipp

BITKOM mahnt zur Vorsicht bei Gebrauchtsoftware

Jan W. Jan W.

Wenn man nicht unbedingt die aktuelle Ausgabe eines Programms benötigt, kann man mit einer gebrauchten Version die Anschaffungskosten beträchtlich senken. Der Branchenverband BITKOM warnt allerdings vor rechtlichen Stolperfallen.

Nicht zuletzt dank Auktionsplattformen wie eBay haben sich gebrauchte Waren verschiedener Art als wirksame Sparmaßnahme etabliert. Doch was für Autos, Möbel und Hardware gilt, lässt sich nicht eins zu eins auf alle Bereiche anwenden. So ist beispielsweise der Handel mit gebrauchter Software nicht in allen Fällen legal. Einige Händler bieten die Software weit unter dem üblichen Ladenpreis an – mit Lizenzen, die früher von anderen PC-Besitzern genutzt wurden. "Das ist sicher attraktiv, dennoch sollten die Käufer genau hinschauen", betont Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). "Bestimmte Software-Lizenzen können auf andere Nutzer übertragen werden, aber es gibt auch Ausnahmen." Dazu gibt der IT-Verband folgende Hinweise:

Meist legal: Einzelplatz-Software auf Originalmedien

Kommt das PC-Programm auf einem Original-Datenträger wie CD oder DVD, darf es nach der Nutzung weiterverkauft werden. Das ist bei Einzel-Lizenzen die einhellige Meinung der Gerichte. Voraussetzung ist, dass der bisherige Nutzer die Software von seinem Rechner gelöscht hat.

Vorsicht bei Download-Software und Volumen-Lizenzen

Weniger klar ist die Rechtslage bei Downloads aus dem Internet. Juristen sind sich uneins, ob diese Lizenzen generell weiterverkauft werden dürfen. Zwei Gerichte haben bereits entschieden, dass Software-Hersteller hier die Übertragung auf Dritte ausschließen können. Für Volumen-Lizenzen zur Nutzung an mehreren Arbeitsplätzen gilt: Wer einen solchen Vertrag hat, darf daraus nicht ohne weiteres Einzelplatz-Lizenzen weitergeben.

Im Zweifelsfall: Lizenzvertrag lesen

Wer Download-Software oder Volumen-Lizenzen übertragen will, sollte zuerst das Kleingedruckte prüfen. Oft untersagt der Nutzungsvertrag den Weiterverkauf. Auch Käufer können sich informieren – beim Gebraucht-Händler, beim Hersteller und im Zweifel beim Rechtsanwalt. Vor allem der Hersteller der Software sollte bestätigen, dass bereits genutzte Lizenzen übertragen werden dürfen.

Neueste Artikel