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Browser-Plugin gegen Kinderarbeit

Rainer W. Rainer W.

Kinderarbeit stellt vor allem in Entwicklungsländern immer noch ein großes Problem dar. Konsumenten in Europa wissen oftmals nicht, dass ihre Produkte durch Kinderhand gefertigt wurden. Mit dem PC kann man einen kleinen Beitrag dagegen leisten.

Kinderarbeit vor allem in armen Ländern

aVOID PluginNach Schätzungen werden weltweit mehr als 200 Mio. Kinder zum Arbeiten gezwungen. Vor allem in der Textilherstellung und im Kaffeeanbau setzen sich Firmen über das Arbeitsverbot für Kinder hinweg und lassen sie zu Armutslöhnen und teilweise unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Große Unternehmen wissen oft einmal gar nicht, dass ihre Subunternehmer Kinder beschäftigen. Coporate-Responsibility-Vorgaben, die als unternehmensinterne Leitlinien zur Wahrung gesetzlicher und moralischer Maßstäbe dienen, existieren zwar vor allem in großen Konzernen, die Kontrolle ist jedoch lückenhaft.

Browser-Erweiterung als virtueller Boybott gegen Kinderarbeit

aVOID SeiteAls Verbraucher kann man mit einem Kaufboykott gegen Hersteller vorgehen, deren Produkte durch Minderjährige hergestellt wurden. Wer beim realen Einkauf einen Bogen um die Produkte solcher Firmen macht, kann auch im Internet ähnlich agieren. Mit dem Browser-Plugin aVOID für Chrome und Safari kann man am PC etwas gegen Kinderarbeit unternehmen. Eine Variante für Firefox wird in Kürze erhältlich sein. Die Erweiterung blockiert unter anderem Marken bei den Online-Händlern Amazon, Target und Google Shopping, die durch Kinderarbeit entstanden sind. Die Blockierung basiert auf einer Einschätzung durch die Liste von Earthlink e.V.. Sobald für einen Hersteller dort eine rote Ampel eingetragen ist, erfolgt die Sperrung bei aVOID. In der derzeitigen Version liegt der Schwerpunkt von aVOID auf der Bekleidungsbranche. EarthLink e.V. möchte mit dem aVOID-PLugin das Bewusstsein der Verbraucher für Kinderarbeit schärfen. Durch die Vernetzungsmöglichkeiten mittels Internet ließen sich Boykott-Aktionen besser organisieren, so EarthLink. Allein die Angst vor einem Imageverlust und negativen Meinungen im Internet würden Firmen veranlassen, ihre Arbeitsbedingungen zu überprüfen.

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