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CSpace: Verschlüsselt chatten und Dateien tauschen

Oliver W. Oliver W.

In Zeiten von Onlinedurchsuchung und Vorratsdatenspeicherung ist es immer sinnvoll, einen sicheren Kanal zwischen zwei Kommunikationspartnern aufbauen zu können. Mit den normalen Messengern wie ICQ oder MSN ist dies nur begrenzt möglich. In den meisten Fällen findet der Datenverkehr unverschlüsselt statt. Es kommt im Prinzip auf das Gleiche heraus, mit Postkarten zu kommunizieren. Jeder, zum Beispiel der Postbote, kann diese mitlesen und sogar verändern. Selbstverständlich ist es bei Chatnachrichten etwas schwieriger, diese zu manipulieren, doch reicht es bereits aus, dass diese von Dritten gelesen werden können, um Unruhe beim Nutzer hervorzurufen. CSpace ist für genau solche Fälle geschaffen worden. Es baut zwischen seinen Teilnehmern eine 2048-Bit RSA-Verschlüsselung auf. Das funktioniert so, dass ein User einen Key erstellt und diesen seinem Gegenüber mitteilen muss (sinnvollerweise ebenfalls über einen sicheren Kanal, am besten sogar offline, etwa per Notizzettel). Erst wenn beide sich gegenseitig in der Liste eingefügt, also die Keys ausgetauscht haben, kann eine sichere Kommunikation stattfinden. Additional zu den Textnachrichten lassen sich sogar Dateien über diese verschlüsselte Verbindung übertragen. In der Praxis erweist sich das als ebenso schnell, als wenn man die Datei über einen unverschlüsselten Datenweg, etwa per ICQ oder FTP überträgt. Die Dateigröße spielt dabei keine Rolle. Es können beliebig große Dateien übertragen werden. Und als wenn das nicht genug wäre, bietet CSpace auch noch die Möglichkeit über ein integriertes VNC-Modul die Steuerung über den Rechner des Gesprächspartners zu übernehmen, sofern dieser den Zugriff gestattet. In jedem Fall erscheint eine Nachricht, die über die Anfrage informiert. Auch die Fernsteuerung findet verschlüsselt statt, was sie für die Fernwartung von PCs der Verwandtschaft und des Bekanntenkreises predästiniert. So entfallen die möglicherweise lange Anreise oder das teure Telefongespräch. Allerdings hat CSpace auch einen Haken, den man aber nach kurzem zu ignorieren weiß. Die Freeware lässt sich leider kaum konfigurieren, was die Oberfläche angeht. Die Farben sind wie in Windows, die Nutzerliste füllt sich automatisch und kann keine Kontakte mit gleichem Namen beinhalten und sonstige optische oder den Nutzeralltag verbessernde Spielereien sind noch nicht integriert. Es lassen sich nur gewisse Grundregeln definieren, was die Zugriffsrechte anderer Nutzer angeht. Dennoch sollte CSpace auf einem PC, der eine sichere Verbindung zu einem anderen PC benötigt, nicht fehlen, es sei denn es ist schon eine equivalente Software installiert. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels lag jedoch noch keine ernsthafte und ebenso simpel zu konfigurierende Software vor.

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