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Games Convention 2008: Kunst und (Zocker-)Kultur

Oliver W. Oliver W.

Jedes Jahr gegen Ende August ergibt sich dem geneigten Leipziger ein interessantes Bild. Da reisen unzählige Busse und Autos aus ganz Deutschland an, aus denen vorwiegend junge Leute aussteigen, die T-Shirts ihrer Lieblingsspiele tragen oder sogar gleich mit ihrer ganzen Spielergemeinschaft ("Clan") im Gepäck. Dann heißt es wieder: Es ist Games Convention. Wir wagten einen kleinen Rundgang über Deutschlands größte Messe für Computerspiele. Auch wenn es schon vor der diesjährigen Games Convention, der mittlerweile sechsten Auflage, Gerüchte gab, dass diese nächstes Jahr in Köln stattfinden würde, werden die Leipziger auch 2009 an ihrem Standort festhalten. Dies mag vor allem an den erhöhten Standkosten liegen, die Aussteller aufbringen müssen, aber wahrscheinlich auch daran, dass Leipzig zur deutschen Spieler-Heimat geworden ist - und von Liebgewonnenem trennt man sich gewöhnlich nur ungerne. Der Erfolg gibt den Veranstaltern recht: In diesem Jahr besuchten rund 200.000 Besucher die Games Convention.

Ein wichtiges Thema der diesjährigen GC war beispielsweise der Jobmotor Spielebranche. Die Games-Industrie macht mittlerweile mehr Umsatz als der Filmesektor und da ist es vor allem wichtig, den Nachwuchs für den Beruf des Spieledesigners interessant zu machen. Beim "Job and Career Day" konnten sich Schüler und Studenten über Ausbildungsmöglichkeiten und Jobprofile informieren. Vor allem getrieben durch die Diskussion um sogenannte "Killerspiele" und das Thema Medienkompetenz widmete sich dieses Jahr ein ganzer Bereich dem Umgang von jungen Menschen mit Unterhaltungsmedien. "GC Family" stellte Spielekonzepte vor, die kindgerechtes Spielen ermöglichen sollen und führte Diskussionen zur Medienkompetenz. Doch Games bedeuten nicht nur das reine Zocken, auch können sie Kunst darstellen. GC Art präsentierte anlässlich des 30. Geburtstages des Spieles "Space Invaders" eine Ausstellung mit Kunstwerken, die in thematischen Zusammenhang mit dem Weltraumshooter stehen.

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Diese thematischen Ausrichtungen der Games Convention zeigen, dass das Thema Computerspiele mittlerweile einen breiten Querschnitt der Gesellschaft trifft. Das Daddeln bleibt nicht nur mehr einer kleinen Randgruppe vorbehalten, viele Menschen hat das Zockfieber getroffen. Und das konnte man auf der GC 08 wieder einmal richtig ausleben: Fast an jedem Stand wartete eine Konsole oder ein Rechner auf den Einsatz der Gamingjünger. Viel Zuspruch erfuhren auch die Aktionsstände, wo es für die "Beutelratten", mittlerweile einem festen Bestandteil der (Computerspiele)-Messekultur, Goodies abzustauben gab. Hier und da gab es T-Shirts und Cappies für lau, auch wenn sich manch einer dafür die Seele aus dem Leib schreien musste. Die Games Convention ist und bleibt ein Erlebnis für sich. Leipzig, bis nächstes Jahr ...

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