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Gewaltspiele: Familienministerium entwickelt Sofortprogramm

Jan W. Jan W.

In die laufende Debatte über ein mögliches Verbot so genannter "Killerspiele" hat sich nun Familienministerin von der Leyen mit einem Sofortprogramm eingeschaltet. Dieses sieht eine drastische Verschärfung des Jugendschutzes vor.

Nach dem Amoklauf von Emstetten war immer wieder über mögliche Änderungen der Jugendschutzbestimmungen diskutiert worden. Während Bayern unter der Federführung von Edmund Stoiber ein Komplettverbot von gewaltverherrlichenden Spielen durchsetzen will, versuchen Bundesfamilienministerin von der Leyen und ihr nordrhein-westfälische Amtskollege mit einem etwas abgeschwächten Sofortprogramm einen Kompromiss zu schaffen.

Verkaufsverbot

Dieses sieht kein generelles Verbot von Spielen mit Gewaltinhalten, dafür jedoch deutliche Einschränkungen beim Verkauf vor. Der Verkauf von extrem gewaltbeherrschten Trägermedien wie Spielen, CDs und DVDs an Kinder und Jugendliche stünde in Zukunft automatisch unter Strafe, ohne dass es hierbei zu einer Einstufung durch eine Prüfstelle kommen müsste. Auch soll die Entscheidungspolitik bei künftigen Einstufungen von Gewaltspielen transparenter gestaltet werden. Die Kriterien für die Alterskennzeichnung würden konkretisiert, so dass Spielehersteller ihre Produkte darauf abstimmen können. Aufklärende Arbeit sollen zudem "Jugendschutztage" leisten, die beispielsweise an Schulen durchgeführt werden.

Zustimmung aus der Industrie

Der Spielehersteller Electronic Arts unterstützt von der Leyens Vorschläge und sieht den verbesserten Jugendschutz als ein wichtiges Ziel an. Das Sofortprogramm müsste jedoch mit Vertretern der Wirtschaft genau abgestimmt werden, damit es nicht mit Überschneidungen zu bereits laufenden Initiativen kommt.

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