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Jugendschutz: Die USK wird neu strukturiert

Rainer W. Rainer W.

Der BUI hat eine Umstrukturierung der USK angekündigt. Er reagiert damit auf Forderungen nach einer stärken staatlichen Kontrolle, was nicht bedeutet, dass die USK künftig unabhängiger von der Industrie wird.

Nachdem zuletzt heftige Kritik an der für die Altersfreigaben von Computer- und Videospielen zuständige Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) laut geworden ist, wird nun eine Neustrukturierungen der Organisation angestrebt. Wie das Nachrichtenportal Spiegel Online berichtet, wird die USK künftig als gemeinnützige Gesellschaft außerhalb des fjs zwischen Industrieverband und den Ländern positioniert. Mit diesem Schritt wolle der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BUI) auch in Zukunft gewährleisten, dass die USK, als Freiwillige Selbstkontrolle der Industrie, die Alterskennzeichnung im Zusammenwirken mit dem Staat organisiert.

Bisher beherbergte der Förderverein für Jugend und Sozialarbeit (fjs) die USK. Dem Träger wurde jedoch wiederholt zu große Industrienähe vorgeworfen, mit der Begründung, dass der Verein auch eine Spieledatenbank betreibt, Erziehern in Kursen Medienkompetenz vermittelt und das deutsche Computerspielemuseum betreibt. Nach der Reform werde die USK nun noch näher an der Industrie dran sein, so Spiegel Online.

Mangelnde Transparenz

Der Bundesverband wolle mit dieser Maßnahme wohl auch auf eine Studie des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung zum Thema Jugendschutz in Deutschland reagieren, die Bund und Länder in Auftrag gegeben hatten. Darin wird dem Bewertungssystem der USK unter anderem "mangelnde Transparenz" attestiert, heißt es bei Spiegel Online, dem die Studie vorliegt. Außerdem gebe es "Defizite in der Außendarstellung der USK". Die Studie stelle aber auch heraus, dass eine "transparentere Darstellung der Geldmittel und -flüsse [...] womöglich die Kritik der Industrienähe relativieren" könne.

In einer offiziellen Pressemeldung der BIU heißt es, der Verband werde auch nach der Ausgliederung der USK weiter mit der fjs zusammenarbeiten. Der Verein soll erfolgreiche Projekte wie das Computerspielmuseum und die Zavatar-Datenbank weiterführen und seine Kompetenz zur Verbesserung der Medienkompetenz im Umgang mit Computer- und Videospielen auch in Zukunft mit Unterstützung der Industrie einbringen.

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