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Kino.to Prozess: Gründer muss sich vor Gericht verantworten

Jan W. Jan W.

Der Prozess gegen die Betreiber des ehemaligen Kinoportals Kino.to geht in eine neue Runde. Nun muss sich der Gründer und Chef des Streaming-Dienstes vor Gericht verantworten. Viele Ex-Nutzer stellen sich die Frage, ob sie etwas zu befürchten haben.

Neue Runde im Kino.to Prozess

Vor knapp einem Jahr sorgte die Kino.to-Schließung für Wirbel im Internet. Schnell wurden die Dimensionen klar: Mehrere Millionen Nutzer täglich schauten sich über das Internetangebot kostenlos die neuesten Hollywood-Blockbuster und Serien an. Nachdem Ex-Mitarbeiter von Kino.to zu empfindlichen Strafen verurteilt wurden, steht derzeit der Gründer und Chef vor Gericht. Ihm werden vielfache Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen. Schätzungen zufolge soll er mit seinem Portal rund 6 Millionen Euro Gewinn "erwirtschaftet" haben.

Kino.to Prozess auch gegen User?

Immer noch nicht eindeutig geklärt ist die Frage, ob Kino.to-Nutzer mit Verfolgung rechnen müssen. Nach Ansicht von Rechtsanwalt Christian Solmecke ist es unwahrscheinlich, dass ehemaliger Nutzer verfolgt werden. Schließlich sei, wenn überhaupt IP-Daten gespeichert wurden, eine Zuordnung der Adressdaten zu den Nutzern unwahrscheinlich – deutsche Provider dürfen IP-Daten nur sieben Tage speichern und die Abschaltung von Kino.to liegt schon viele Monate zurück. Anders könnte es für zahlende Kino.to-Kunden aussehen: Wer einen Premium-Account besessen hat und dafür zahlte, dass bei ihm keine Werbung eingeblendet wurde, muss unter Umständen mit Post vom Staatsanwalt rechnen. "Wer solche Daten hinterlassen hat, muss möglicherweise doch noch mit einer Strafverfolgung rechnen. Denn diese Daten sind ja klar einer bestimmten Person zuzuordnen.", so Solmecke. Doch wie können legale von illegalen Streaming-Angeboten unterschieden werden? "Gelange ich als Anwender aber auf eine Internet-Seite, wo etwa die Top 100 Songs der Musik-Charts oder aber alle aktuellen Kinofilme fein säuberlich zum Download aufgelistet sind, dann sollte man davon die Finger lassen, denn das ist offensichtlich illegal.", so der Tipp des Rechtsexperten.

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