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Megaupload offline: Was haben die Nutzer zu befürchten?

Jan W. Jan W.

Letzte Woche ging ein Aufschrei durch die Internet-Community. In einer groß angelegten Aktion wurde der One-Click-Hoster Megaupload abgeschaltet und seine Hintermänner festgenommen. Auch ehemaliger Nutzer fragen sich nun, ob ihnen Ärger blüht.

Megaupload offline nach Polizeiaktion

Megaupload galt lange Zeit als beliebtester Hoster, nicht nur wenn es um urheberrechtlich freigegebenes Material ging. Viele Seiten, auf denen man Filme, Serien und Musik runterladen kann, verlinkten auf den Dienst Megaupload, der die Datenpakete in kleinere Häppchen aufteilte und dem Anwender zum Download bereitstellte. Seit letztem Donnerstag ist Megaupload vorerst Geschichte: US-Behörden werfen dem Hoster die illegale Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material vor und nahmen deshalb das komplette Angebot offline. Die Betreiber, darunter Kim Schmitz, wurden festgenommen. Ihnen drohe hohe Geldbußen und langjährige Haftstrafen.

Droht auch Megaupload-Nutzern Ärger?

Viele User von Megaupload stellen sich seit dem Abgang von Megaupload die Frage, ob ihnen auch straf- oder zivilrechtliche Konsequenzen drohen. Rechtsanwalt Christian Solmecke sieht sehr wohl empfindliche Strafen auf die Betreiber zukommen, die Nutzer selbst müssten sich jedoch weniger Gedanken machen. "Bei der rechtlichen Beurteilung der Nutzung von 'Megaupload' muss man zwischen 'Uploadern' und 'Downloadern' unterscheiden. Die 'Uploader', also diejenigen, die Dateien wie Musik oder Filme auf den Server laden, werden in der Regel sehr stark zivil- und strafrechtlich verfolgt.", so der Rechtsanwalt. Zwar würden auch Downloader eine Urheberrechtsverletzung begehen, jedoch sei das Risiko, verfolgt zu werden, gering. Solmecke dazu: "Ich gehe nicht davon aus, dass die Nutzer von 'Megaupload' eine rechtliche Verfolgung durch die deutschen Behörden befürchten müssen. Zunächst ist unklar, welche Daten genau auf den Servern von 'Megaupload' gespeichert worden sind. Selbst wenn IP-Adressen gespeichert worden sind, sind diese nur innerhalb von sieben Tagen zurückzuverfolgen; das heißt, die Provider dürfen die zu der IP-Adresse gehörenden persönlichen Daten nur sieben Tage speichern."

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