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Mehrheit der Deutschen für Online-Durchsuchungen

Rainer W. Rainer W.

Obwohl sich die allermeisten Deutschen nach wie vor sicher fühlen, votiert eine Mehrheit für die umstrittenen Online-Durchsuchungen. Seit der Festnahme der drei Terrorverdächtigen ist die Zustimmung um acht Prozent gestiegen.

Kurz nach der Festnahme von drei Terrorverdächtigen in Nordrhein-Westfalen fühlt sich die große Mehrheit weiterhin sicher in Deutschland. In der Blitzumfrage für die ARD-Tagesthemen, erhoben von Infratest dimap am Donnerstagnachmittag unter 1000 Bundesbürgern, sagen 81 Prozent, dass sie sich alles in allem sicher in Deutschland fühlen. Das sind fast ebenso viele wie im Juli dieses Jahres (84 Prozent), als diese Frage zum letzten Mal im ARD-Deutschland-Trend gestellt wurde. Nur 18 Prozent fühlen sich derzeit eher unsicher im Land.

Mehr Unterstützung für Terrorabwehr

Mehr als die Hälfte (53 Prozent) meint außerdem, dass die deutschen Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den Terrorismus ausreichend gerüstet sind. Ein Drittel (33 Prozent) hingegen sieht Defizite bei Polizei und Geheimdienst.

Trotz des starken Sicherheitsgefühls unterstützt die Mehrheit verschiedene Vorschläge, die zur Terrorabwehr in Deutschland derzeit diskutiert werden. So sprechen sich 90 Prozent für eine verbesserte Ausrüstung für die Polizei aus. 82 Prozent sind für härtere Strafen, um Terroristen abzuschrecken. 80 Prozent fordern mehr Personal für Polizei und Geheimdienste. 71 Prozent unterstützen mehr Überwachungskameras auf öffentlichen Plätzen und Straßen. 68 Prozent wollen mehr Befugnisse für die Sicherheitsbehörden. Und dass das Internet stärker überwacht werden müsse, meinen 67 Prozent.

Zustimmung zur Online-Durchsuchung um acht Prozent gestiegen

Die Zustimmung zur Online-Durchsuchung auf Privatcomputern ist im Laufe dieser Woche gestiegen. Waren am Montag und Dienstag im ARD-DeutschlandTrend noch die Hälfte der Bundesbürger (50 Prozent) der Ansicht, dass der Einsatz der so genannten "Bundestrojaner" auf privaten PCs zur Terror- und Kriminalitätsbekämpfung prinzipiell erlaubt sein sollte, so sind es nach den Festnahmen der Terrorverdächtigen 58 Prozent. 36 Prozent, so das Ergebnis der Blitzumfrage von Donnerstag, dagegen finden, die Online-Durchsuchungen mit "Bundestrojanern" greife zu weit in die Privatsphäre. Am Montag und Dienstag waren es noch 47 Prozent.

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