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Musikindustrie will "Sünderkartei" für Download-Piraten

Rainer W. Rainer W.

Der Deutschlandchef von Sony BMG will nach Möglichkeit Wiederholungstätern, die mehrfach beim illegalen Download von Musik erwischt wurden, den Zugang zum Internet sperren - zumindest zeitweise. Zudem solle eine "Sünderkartei" eingeführt werden.

Angesichts der nach wie vor hohen Zahlen von illegalen Downloads hat jetzt der Deutschland-Chef des Musikriesen Sony BMG, Edgar Berger, eine Sünderkartei nach Art der Verkehrs-Kartei in Flensburg gefordert. In einem Interview mit der WirtschaftsWoche schätzte Berger den Abschreckungseffekt, den ein solches System haben würde, sehr hoch ein.

Kunden zum Umdenken bewegen

Wer wiederholt erwischt werde, dem solle der Zugang ins Internet zeitweise gesperrt werden, forderte Berger. Umfragen würden zeigen, dass 70 Prozent nach einer solchen Erfahrung umdenken und mit illegalen Downloads aufhören würden. "Positive Signale" aus der Politik gäbe es bereits, sagte der Manager. Wichtig seien aber auch kundenfreundliche legale Angebote. So könne der Markt wieder wachsen.

Illegale Musikdownloads werden weiterhin verfolgt

Das Karlsruher Urteil zur Vorratsdatenspeicherung sei indes nicht als "Freibrief für Internetpiraten" zu werten, beeilte sich der Bundesverband Musikindustrie in einer Pressemitteilung zu versichern. Die Entscheidung werde nach Einschätzung der Musikindustrie "keinen direkten Einfluss" auf die Verfolgung von Internetpiraterie haben. "Gängige Praxis der Staatsanwaltschaften bei der Verfolgung von Internetpiraterie ist die Abfrage von Bestandsdaten wie Name und Anschrift des Anschlussinhabers und nicht von Verkehrsdaten, auf die sich die Entscheidung bezieht", erklärte Dieter Gorny, Chef des Verbandes, am Donnerstag in Berlin.

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