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Online Filme kostenlos: Kino.to Schließung und offene Fragen

Jan W. Jan W.

Internet-Filmfreunde sind in Aufruhr: Kino.to wurde geschlossen und die Betreiber dingfest gemacht. Was habe ich als Nutzer der populären Stream-Seite zu befürchten? Antworten darauf gibt es von einem Anwalt.

Online Filme kostenlos mit Kino.to – Das war einmal

Der Internet-Streaming-Dienst Kino.to galt Internet-Nutzern lange Zeit als eine bequeme Online-Videothek, über die man sich kostenlos Filme, Serien und Dokumentationen anschauen konnte. Das Portfolio beinhaltete auch aktuelle Kino-Blockbuster, die dank Streaming-Technik an jedem Rechner mit Internet-Zugang verfügbar waren. Vor wenigen Tagen dann jedoch der große Knall: In einer länderübergreifenden Aktion wurden die Hintermänner des Film-Portals dingfest gemacht und die Website geschlossen. Auf ihr prangert nun ein Hinweis der Kriminalpolizei. Angestoßen wurden die Ermittlungen durch die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). Die Kino.to-Betreiber sollen durch ein Netzwerk von Internet-Seiten mit den unerlaubterweise hergestellten und online verbreiteten Film-Kopien sechsstellige Gewinne "erwirtschaftet" haben.

Schließung von kino.to – Fliegen jetzt die Benutzer auf?

Viele Internet-Nutzer, die gelegentlich oder öfter Filme über Kino.to konsumiert haben, sind nun besorgt. Muss ich mit Strafverfolgung rechnen? Droht eine Abmahnung? Muss ich eine Geldstrafe bezahlen? Der auf Medienrecht spezialisierte Anwalt Christian Solmecke von der Kölner Kanzlei Wilde Beuger Solmecke nimmt zur Kino.to-Schließung Stellung und klärt über mögliche Konsequenzen auf. Solmecke hält die Chancen für gering, dass Kino.to-Nutzer mit Strafverfolgung zu rechnen haben. Insbesondere sei das reine Streaming von Filmen in Deutschland derzeit noch eine rechtliche Grauzone, was, vereinfacht ausgedrückt, bedeutet: Es ist weder legal noch illegal. Der Medienanwalt hebt zudem die schwere Nachvollziehbarkeit von Nutzeraktivitäten auf entsprechenden Film-Streaming-Angeboten hervor: Es sei nicht einmal sicher, dass die IP-Adresse des Nutzers gespeichert wird. Im Gegensatz zur Filmindustrie vertritt Solmecke auch nicht die Ansicht, dass die bloße Zwischenspeicherung des Films im Arbeitsspeicher (RAM) illegal ist. Es sei ihm kein Fall bekannt geworden, in dem das reine Anschauen von Film-Streams verfolgt wurde. Rechtlich eindeutig sei die Lage hingegen bei der Herstellung von Filmkopien, also der Bereitstellung von Streams: Betreiber solcher Seiten müssten mit Strafverfolgung rechnen, stelle die Anfertigung von unerlaubten Kopien doch eine strafbare Handlung dar. Aber auch Konsumenten sollten aufpassen: Zwar bewegt sich das Streaming in einem rechtlichen Graubereich, aber sobald man die augenscheinlich unerlaubterweise hergestellte Kopie auf den Rechner lädt, begibt man sich auf abmahn-gefährdetes Terrain.

Kino.to Alternativen

Streaming-Freunde können weitestgehend aufatmen: Nach derzeitiger Rechtslage steht dem fröhlichen Filmeschauen nichts im Wege. Wie Sie zu Online-Filmen kommen, verraten wir Ihnen hier:

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