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Polippix: Mobiles Betriebssystem mit Schwerpunkt Sicherheit

Oliver W. Oliver W.

In Zeiten immer schärfer werdender Überwachung durch den Staat und steigender Gefahr vor anderen Datenschnüfflern ist es ratsam, all seine Daten mit guten Passwörtern, Verschlüsselung, Verschleierung und allerlei Raffinesse zu sichern. Den meisten ist aber bereits das Wort "Passwort" ein Dorn im Auge, denn dessen Verwendung beeinträchtigt oftmals den Arbeitskomfort. Doch was nutzt die Arbeit, an der man bereits wochenlang sitzt und auf einmal ist sie gelöscht, geklaut und veröffentlicht oder von Internet-Kriminellen missbraucht? Schützen sollte man sich und seine Daten. Zu den Daten gehören jedoch nicht nur fertige Dokumente und andere Dateien, sondern auch der Datenverkehr, der durch Browser, Chatprogramm oder Internet-Telefonie verursacht wird. "Doch wie schütze ich meine Privatsphäre?" fragt sich manch einer. Mit der neuen CD zur Demo "Freiheit statt Angst" ist all dies möglich und das auch noch portabel, also beispielsweise am Laptop oder im Internet-Café. Dabei bleibt die CD nicht das einzige Bootmedium. Polippix kann auch von einem USB-Stick gebootet werden, was das Betriebssystem besonders für Reisende und Leute mit häufig wechselndem Arbeitsplatz, zum Beispiel Netzwerkadministratoren, nützlich macht. Ein weiterer Vorteil ist, dass ausschließlich Linux und freie Programme zur Verwendung kommen. Dadurch ist die Möglichkeit gewährleistet, sich eigene CDs in diesem Stil zusammenzustellen. Eine Anleitung dazu findet sich hier. Neben dem Haupt-Betriebssystem finden sich folgende Programme zur Anonymisierung, Verschlüsselung, zum Brennen und allerlei mehr in dem Paket. Tor/Privoxy: Tor und Privoxy lassen nahezu jede Anwendung, die auf das Internet zugreift, über das sogenannte Tor-Netz online gehen. Dadurch wird der gesamte Datenverkehr anonymisiert. Im Endeffekt heisst das, man surft mit der IP eines Tor-Ausgangs-Knoten-Betreibers. Auf Tor lassen sich fast alle Programme abrichten, so etwa der Browser und Chatprogramme. MACchanger: Dieses Programm erneuert die MAC-Adresse, also die Hardware-Adresse der Netzwerkkarte, bei jedem Systemstart, sodass selbst die eigentlich eindeutig identifizierbare Hardware anonym wird und man nicht mehr sicher bestimmen kann, welcher Nutzer dieses Programm im Einsatz hat. Twinkle: Twinkle ist ein Programm für die Internet-Telefonie. Es beherrscht die beiden Verschlüsselungs-Techniken ZRTP und SRTP und ist damit vor allem für Online-Telefonierer interessant. EtherApe: Dieses Programm ist ein Netzwerkmonitor. Über ihn ist ablesbar, wer mit wem wie viele Daten tauscht und wie groß der Traffic ist, den man selbst verursacht. k3b: k3b ist ein nützliches, wenn auch einfaches Brennprogramm für unterwegs. Es lädt schnell, brennt CDs in angemessener Zeit und verschlingt kaum System-Ressourcen. k9copy: **Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes DVD-Authoring-Tool. Damit lassen sich unter anderem Dual-Layer-DVDs auf 4,7 GB pressen, Untertitel und Trailer entfernen und das ganze als ISO-Image auf Festplatte speichern. Die Images lassen sich dann wiederum mit k3b brennen. **bcrypt: Bcrypt ist ein plattformübergreifendes Verschlüsselungswerkzeug, welches mit dem Blowfish-Algorhytmus und 448 bit Schlüsselstärke arbeitet. Es unterstützt Passphrasen und läuft sogar unter Windows. GNU Privacy Guard (GnuPG): Dies ist kein eigenes Programm, sondern eine detaillierte Erklärung und Anleitung zum Verschlüsseln und digitalen Unterschreiben von Mails mit dem freien Kryptographiesystem GnuPG. mPlayer: Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um einen umfangreichen Media-Player. Er unterschützt eine Reihe von Formaten, darunter natürlich die Standardformate WAV und MP3. Ausserdem bietet er Unterstützung für Streams. Wer möchte, kann diese Streams mit einem in mPlayer integrierten Programm als Datei auf die Festplatte speichern. Desweiteren sind noch einige Programme für Windows in Installationsform im Paket enthalten. Darunter finden sich Größen wie der VLC-Media-Player oder PuTTY, aber auch eher weniger bekannte Software wie der XeroBank-Browser (Nachfolger von Torpark, einem vorkonfigurierten Paket aus Firefox und Tor), Eraser zum Löschen und unwiederruflichen Überschreiben von Daten sowie Qemu zur Emulation von Betriebssystemen. Dies wird auch als Virtualisierung bezeichnet und ist die Emulation eines Betriebssystem innerhalb eines anderen. Wer sich ein wenig mit Linux auskennt, kann auch selbst noch weitere Programme integrieren oder bestehende entfernen. Jedem Nutzer ist laut Lizenz freigestellt, die CD zu seinen eigenen Wünschen zu verändern und weiterzugeben. Soll die CD an anderssprachige Mitmenschen weitergegeben werden, so stellt dies kein Problem dar, da alle Programme mehrsprachig dokumentiert sind. Mit Polippix steht eine effiziente und bedienerfreundliche, also auch für User mit weniger Erfahrung geeignete und zudem absolut kostenfreie CD mit bootfähigem Linux zur Verfügung, welche durch Audio- und Video-Dokumentationen ergänzt wird. Diese CD ist jedem zu empfehlen, der viel unterwegs ist, oft von verschiedenen PCs aus arbeiten muss und Wert auf Sicherheit und Privatsphäre legt.

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