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Rückblick: Was uns in diesem Jahr beschäftigt hat...

Jan W. Jan W.

Windows Vista hat es zwar gerade nicht mehr in das Jahr 2006 geschafft, dafür gab es neue Browser und Mediaplayer. Es wurde über Killerspiele oder das Urheberrecht diskutiert und während es an der Virenfront vermeintlich ruhig war, wurden die Postfächer durch Spam verstopft.

Eigentlich hätte das Jahr 2006 ganz im Zeichen eines neuen Windows Betriebssystems stehen können, doch leider hat sich der XP-Nachfolger etwas verspätet und so wird sich die breite Nutzergemeinde erst im kommenden Jahr an den neuen Features und Arbeitserleichterungen von Windows Vista erfreuen können oder auf der Suche nach vertrauten Funktionen und beim Wegklicken von Fehlermeldungen verzweifeln. Als Vorboten wurden aber schon mal der Internet Explorer 7 und der Windows Media Player in der Version 11 veröffentlicht. Der Browser beherrscht nun endlich auch das Tabbed Browsing, bei dem man verschiedene Internetseiten in einem Browserfenster öffnen und per Registerkarten ansteuern kann. Das konnte bisher allerdings noch nicht verhindern, dass der OpenSource-Konkurrent Firefox, der diese Funktion schon seit geraumer Zeit unterstützt, weiter an Boden gewinnt. Auf unseren Downloadplattformen verwenden inzwischen etwa 40 Prozent der Besucher den Mozilla-Browser, der jüngst ebenfalls generalüberholt in einer neuen Version veröffentlicht wurde. Noch vor drei Jahren kamen mehr als 90 Prozent der Nutzer mit dem IE.

Multimedia für überall

Auch der Mediaplayer von Microsoft wurde in einer neuen Ausgabe veröffentlicht. Wie die iTunes-Konkurrenz von Apple ist er darauf ausgelegt, alle Aufgaben die im Zusammenhang mit Audio- und Videomedien so anfallen zu erledigen – vom Onlinekauf, über das Abspielen und Verwalten der Multimediadateien bis zur Synchronisation mit mobilen Endgeräten. Leider sorgt die Tendenz der Hersteller, verstärkt derlei Alleskönner zu entwickeln, nicht bei allen Nutzern für ungetrübte Freude. Besonders dann nicht, wenn die Software automatisiert Aufgaben übernimmt, die man lieber manuell erledigen würde, und dabei auch noch jede Menge Systemressourcen beansprucht. Multimedia, vor allem, wenn man sie mitnehmen kann, war ohnehin ein großes Thema in 2006. Fast täglich wurde neue Bearbeitungs-, Verwaltungs- und Konvertierungssoftware veröffentlicht, mit deren Hilfe man Musik und Video auf iPod, PSP und Handy bringen kann.

Internetgefängnisse und Killerspiele

Es wurde aber auch viel diskutiert in 2006: Zunächst sorgte die geplante Neuregelung des Urheberrechtsgesetzes für viel Unmut auf allen Seiten. Während die Gema fürchtete, dass nach dem neuen Entwurf die Künstler nicht hinreichend vergütet würden, klagten Gerätehersteller über zu hohe Belastungen durch Pauschalabgaben auf alle Geräte, mit denen man urheberechtlich geschütztes Material irgendwie kopieren könnte. Verbraucherschützer sahen dagegen die Rechte der Nutzer in drastischer Weise beschnitten und demonstrierten mit einem virtuellen Gefängis gegen die Kriminalisierung des Erstellens von Privatkopien. Gegen Ende des Jahres sorgte allerdings ein altbekanntes Thema wieder für reichlich Gesprächststoff in Politik und Medien. Diese sahen in so genannten "Killerspielen" die Ursache für den tragischen Amoklauf an einer Schule und wollten die Programme am liebsten sofort verbieten lassen. Dikussionsrunden zum Thema fanden selten mit jugendlicher Beteiligung statt und glänzten auch ebenso oft durch Sachkompetenz. Hier wäre im kommenden Jahr eine sachlichere Diskussion wünschenswert.

Schädlinge als Geldquelle

Vergleichsweise ruhig war es dagegen in der Virenfront. Im Gegensatz zu den Vorjahren, in den Netsky, Sasser und Blaster für einige Aufregung sorgten, gab es in 2006 keine größeren Schädlingskatastrophen zu berichten. Das heißt allerdings nicht, dass die Virenschreiberuntätig gewesen wären. Im Gegenteil: Die von den G DATA Security Labs analysierten 2006er Daten zeigen eine deutliche Zunahme von Trojanischen Pferden, AD-/ Spyware und Backdoors. Demnach gibt es täglich etwa 100 neue Schadprogramme. Allerdings hat die Malware-Industrie dabei ihren Schwerpunkt auf lukrative Geschäftsbereiche, wie den Diebstahl und Handel mit Kreditkarteninformationen oder Vermietung von Botnetzen verlegt. Diese Entwicklung schlägt sich in Form von Phishing-Mails und Spam auch täglich in unseren verstopften Postfächern nieder. Und das wird sich vermutlich auch im Jahr 2007 nicht ändern...

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