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Security and Privacy Complete: und zwar kostenlos

Oliver W. Oliver W.

Wie der Titel des gleichnamigen Programms schon andeutet, geht es um ein Programm zur Verbesserung der Sicherheit und der informationstechnischen Sicherheit des Benutzers eines Windows NT/2000/XP-Betriebssystems. Ähnlich wie Xpy bietet Security and Privacy Complete (kurz SPC) eine ganze Flut an Funktionen zur Verwaltung der Sicherheit. Über systembezogene Einstellungen über Optionen zum Internet-Explorer oder Dienste und den Windows Media Player bietet das OpenSource-Programms alles was des sicherheitsliebenden Nutzers Herz sich wünscht. Security and Privacy Complete benötigt keine Installation und kann somit auch vom USB-Stick gestartet werden, um es, zum Beispiel als Systemadministrator, auf mehreren PCs nutzen zu können. Sollte es dazu kommen, dass man versehentlich eine Option anschaltet und diese Fehler oder Probleme verursacht, bietet SPC die Möglichkeit ein Backup der Einstellungen zu erstellen, welches man später einfach per Knopfdruck zurückspielen kann. SPC macht allerdings keine Sicherung von eventuell gelöschten Verlaufs-Daten von Firefox, Internet-Explorer, dem Flash Player oder den Windows-MRU-Listen (meist benutzte Dateien). Dies sollte jedoch kein großes Problem darstellen, da diese Daten sowieso praktisch nie verlangt oder genutzt werden. Den meisten Usern dürften sie, so zum Beispiel Logfiles sowieso eher lästig sein und die regelmäßige automatische Löschung ist eine meist sehr willkommene Funktionalität von SPC. Desweiteren kann von SPC aus das Windows Update gestartet und aktiviert oder aber auch beendet und abgeschaltet werden. Es empfiehlt sich aber, die Update-Funktion aktiviert zu lassen, da darüber essentielle Sicherheits-Updates und Hotfixes für Windows geladen werden, von denen ebenfalls die Systemsicherheit stark abhängig ist. Um nur eine kleine Auswahl der Funktionen zu bieten, seien an dieser Stelle genannt: -"Administrative Freigaben deaktivieren". Standardmässig sind in Windows für administrative Zwecke bestimmte Ordner freigegeben. Diese werden im normalen Betrieb allerdings so gut wie nie benutzt. Daher sollte diese Option unbedingt gewählt werden, um die Sicherheitslücke zu schließen. -"Dateiendungen immer anzeigen". Diese Funktion ist normalerweise auch über die Ordneroptionen von Windows erreichbar, dennoch ist sie auf den meisten PCs deaktiviert, was eine große Sicherheitslücke darstellt. Schadprogramme können sich doppelte Dateiendungen geben. So kann sich eine schädliche exe-Datei etwa als Bitmap-Bild tarnen. - "Keine Dokumenten-History erstellen". Windows protokolliert mit, welcher Nutzer welche Dateien öffnet. Diese sogenannte "History" ist über Start > Dokumente leicht einsehbar. Die darüber zu erfahrenden Informationen gehen aber niemanden etwas an, weswegen diese Option aktiviert werden sollte. Ausserdem erfährt Windows auch einen geringen Geschwindigkeitsschub. - "Vorschau von Videos deaktivieren". In der Seitenleiste "Ordneraufgaben" eines Explorer-Fensters können einige Videoformate in einem kleinen Vorschaufenster abgespielt werden. Doch auch Videodateien können Schadcode enthalten, der beim Abspielen mit Standard-Playern wie dem Windows-Media-Player, aktiviert wird. Deswegen sollte man die Vorschau deaktivieren und die Videos zur Sicherheit mit einem anderen Programm, etwa dem VideoLanclient geöffnet werden. - "Temporäre Dateien beim Beenden löschen". Dies gilt für den Internet-Explorer ab Version 6 und löscht automatisch beim Beenden die temporär angelegten Dateien, die Informationen über die besuchten Webseiten und dort genutzte User-Accounts oder Bestellvorgänge enthalten können. Die Option sollte dringend aktiviert werden. - "Playerverwaltungsdaten nicht an Microsoft senden". Standardmäßig aktiviert ist das Senden der Nutzungsdaten des Windows-Media-Players an Microsoft. Sicher kann durch die Auswertung der Daten der Player und dessen Funktionalitäten verbessert werden, doch ist dies auch durch freiwillige Umfragen möglich und muss nicht durch zwangsweises Senden der Infos erreicht werden. - "Auslagerungsdatei beim Herunterfahren löschen". Die Auslagerungsdatei von Windows beinhaltet viele Dateien und Informationen von und über Windows-Alltag. Darunter fallen beispielsweise prefetched Files (Dateien, die zur schnelleren Ausführung schon einmal geladen werden), zwischengelagerte Dateien, die bei der Arbeit mit Programmen, etwa mit einer Video-Bearbeitung anfallen oder aber Daten von Spielen, wenn der Arbeitsspeichert voll ist. All diese Daten sind nach ihrer Benutzung überflüssig und können und sollten sogar gelöscht werden. Es spart Platz und schützt die Privatsphäre des Nutzers. - "Nachrichtendienst deaktivieren". Dieser unter Windows standardmäßig aktivierte Dienst bietet grundlegende Funktionen zur Kommunikation über Netzwerke. Jedoch ist seine Funktionalität durch andere Dienste und Treiber ersetzt worden. Er ist allerdings nicht nur überflüssig, sondern bietet unter Umständen auch Schlupflöcher für Spyware. Es war nicht erst einmal die Meldung in den Fachmedien, dass gewiefte Hacker es geschafft haben, auf dem Desktop des Nutzers Popups über diesen Dienst anzeigen zu lassen. Die Deaktivierung behebt das Problem. Später im täglichen Gebrauch ist kein Nachteil wahrnehmbar. - Von den gesamten Funktionen stellt diese Auswahl nur einen sehr geringen Prozentsatz dar. Eine Hilfe zu jeder Funktion ist erreichbar, wenn man die Maus über eine Zeilenbeschreibung platziert. Ein kleiner InfoTip mit detailierter Beschreibung erscheint. Als Fazit des ganzen sollte klar geworden sein, dass SPC viele tiefgreifende Funktionen bietet, deren Erreichbarkeit von grundlegender Not sind. Deswegen sollte dieses Programm auf jedem Windows-PC benutzt werden, bevor eine Internet-Verbindung besteht, damit die Schlupflöcher gar nicht erst unter Beschuss geraten. Immerhin wird ein ungeschützter PC bereits nach zehn Minuten im Internet infiziert, selbst wenn man keine Webseiten aufruft oder andere Internet-Dienste und -Programme nutzt.

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