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Spielestudio Crytek droht mit Abwanderung

Rainer W. Rainer W.

Das erfolgreichste deutsche Entwicklerstudio Crytek droht Deutschland den Rücken zu kehren – sollte es zu einem Herstellungsverbot von sogenannten Killerspielen kommen.

Sollte es zu einem Herstellungsverbot von sogenannten Killerspielen kommen, würde man "Deutschland verlassen". Das sagte Crytek-Mitbegründer Avni Yerli gegenüber dem Nachrichtenportal "Welt Online" im Vorfeld der Leipziger Spielemesse Games Convention, die am Donnerstag startet. Die Innenministerkonferenz der Länder hatte sich Ende Mai erstmals einstimmig für ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot gewalttätiger Computerspiele ausgesprochen.

Wohin es gehen würde, wüsste Crytek schon. "Budapest ist eine schöne Stadt, da könnten wir ohne weiteres leben. Dort haben wir ja bereits eine Niederlassung", so Avni Yerli. Mehrmals die Woche würden zudem Wirtschaftsministerien aus anderen Ländern anklopfen. "Vor allem England, Schottland, Österreich und Singapur sind sehr aktiv."

Crytek ist das einzige deutsche Entwicklerstudio mit internationalen Erfolgen. Bekannt geworden war Crytek mit seinem Erstlingswerk "Far Cry" - ein Ego-Shooter, der sich weltweit mehr als 2,5 Millionen Mal verkaufte. Auf der Games Convention wird Crytek in dieser Woche sein neuen Ego-Shooter "Crysis" vorstellen. Mit einem Entwicklungsbudget von 16 Millionen Euro gilt das Spiel als eine der teuersten in Produktionen in Deutschland. Die in Frankfurt ansässige Studio beschäftigt derzeit 130 Mitarbeiter aus 27 Ländern.

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