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Spore: Zwischen Hype und DRM-Schelte

Rainer W. Rainer W.

Spore ist momentan eines der angesagtesten Computerspiele. Es wanderte innerhalb weniger Tage über 1 Million Mal über die Ladentheke. Eine heftige Schelte kassierte Spore allerdings von Seiten der Konsumenten, die den von EA verwendeten strittigen DRM-Kopierschutz bekritteln.

In den Medien wurde ein regelrechter Hype um das neue Spiel des Sim City- und Sims-Erfinders Will Wright aufgebauscht. Ob Wright mit Spore wieder einen Riesenhit landen kann, muss sich noch herausstellen. Die ersten Verkaufszahlen dürften Publisher Electronic Arts allerdings Anlass zur Freude gegeben haben: Innerhalb von drei Wochen hat Spore die Marke von einer Millionen verkaufter Spiele geknackt. In der so genannten Sporepedia tummeln sich nach Aussagen von EA mittlerweile über 34 Millionen Kreationen und täglich folgen neue Geschöpfe. In Spore soll der Spieler mit seinen eigenen Kreaturen die Evolutionsgeschichte durchleben, von der Zellphase angefangen bis hin zur Planetenphase. Ihre selbst erschaffenen Kreaturen, Fahrzeuge und Gebäude können Spieler in die Sporepedia hochladen. Dort können sie dann von anderen Spore-Spielern bewertet, heruntergeladen und in ihre eigene Spielwelt integriert werden. Nachschauen lohnt sich in jedem Falle, denn die User haben eine Vielzahl an skurrilen und zum Teil sehr verrückten Geschöpfen online gestellt, bei denen ein Schmunzeln definitiv nicht ausbleibt.

Spores kostenloses Bastelstudio

Die Simulation wird für den PC, Mac, Nintendo DS und das Handy angeboten. Wer vor dem Kauf erstmal ein wenig in die kreative Welt von Spore reinschauen möchte, kann sich den kostenlosen Spore Creature Creator downloaden. Die Basis-Version beschränkt sich nur auf das Erstellen von Kreaturen und nicht etwa auf einen spielbaren Abschnitt, wie beispielsweise die Zellphase. Per Drag&Drop kann man eigenen Kreaturen erstellen, ihnen die richtige Farbe verpassen und später ins Hauptspiel integrieren. Im Gegensatz zur kostenpflichtigen Premium-Version sind aber nur knapp 25 Prozent des Baukastens mit einem eingeschränkten Funktionsumfang vorhanden. Wer auf den vollen Baukasten mit allen Armen, Beinen oder Augen zugriffen will, muss sich die knapp zehn Euro teure Premium-Version des Spore Labors kaufen.

Kopierschutz sorgt für Aufruhr bei Fans

Eines der am heißesten diskutierten Themen zu Spore ist allerdings der Kopierschutz. Electronic Arts setzt bei Spore das so genannte Digital Rights Management oder kurz DRM ein, um das Spiel vor Piraterie zu schützen - sehr zum Ärgernis der Spieler. Denn der Kopierschutz sorgt dafür, dass sich das Spiel nur insgesamt dreimal aktivieren lässt. Wer beispielsweise seine Hardware ändert oder seinen PC neu aufsetzen muss, verbraucht eine von diesen drei Aktivierungen. Sind alle drei aufgebraucht, lässt sich Spore nicht mehr aktivieren und damit auch nicht mehr spielen, es sei denn, man ruft eine kostenpflichtige Hotline von EA an und bittet um eine weitere Aktivierung. Ihrem Ärger haben die Spieler besonders auf dem Online-Marktplatz von Amazon Luft gemacht. Die duzenden – oft negativen - Kommentare zum Thema Spore-Kopierschutz, lassen durchblicken, dass sich viele ehrliche Käufer betrogen fühlen. Immerhin hätten sie für dieses Spiel bezahlt und so sollte es ihnen auch möglich sein, das erworbene Spiel so oft zu installieren, wie sie es wünschen. Inzwischen ist Electronic Arts den Fans etwas entgegen gekommen und hat die die Anzahl der Aktivierungen von drei auf fünf erhöht. An den umstrittenen DRM-Kopierschutz will der Publisher allerdings auch weiter festhalten und vergrault so viele Spieler.

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