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Symantec: Immer mehr Datenklau-Schädlinge

Oliver W. Oliver W.

Der jüngste IT-Sicherheitsreport von Symantec zeigt, dass die Bedrohungen für die Vertraulichkeit einen deutlichen Aufschwung genommen haben. Dies sei auch auf die starke Zunahme trojanischer Pferde zurückzuführen.

Die Sicherheitsexperten von Symantec haben ihren Sicherheitsreport für das zweite Halbjahr 2004 vorgestellt. Der "Internet Security Threat Report" liefert alle sechs Monate eine Trendanalyse von Internetangriffen, Schwachstellen, bösartigem Code und weiteren Sicherheitsrisiken.

Innerhalb der letzten drei Berichtshalbjahre haben Bedrohungen für die Vertraulichkeit einen deutlichen Aufschwung genommen, so Symantec. Zwischen Juli und Dezember 2004 machte bösartiger Code, der auf vertrauliche Informationen abzielte, 54 Prozent aller Top 50-Exemplare bösartigen Codes aus. Dies ist zum Teil der starken Zunahme Trojanischer Pferde zuzuschreiben.

Stetige Zunahme an Phishing-Angriffen

Die Zahl von Phishing-Angriffen hat weiter zugenommen. Phishing ist eine Methode, vertrauliche Informationen wie Passwörter, Kreditkartennummern und andere Finanzinformationen zu stehlen. Ende Dezember 2004 blockierten die Filter von Symantec Brightmail AntiSpam im Schnitt 33 Millionen Phishing-Versuche pro Woche. Im Juli 2004 waren es noch neun Millionen pro Woche gewesen. Symantec erwartet, dass dies auch im kommenden Jahr ein ernstes Problem darstellen wird.

Webanwendungen zunehmend unter Beschuss

Webanwendungen sind beliebte Ziele, da sie weit verbreitet sind und Angreifern erlauben, traditionelle Sicherheitsmaßnahmen wie Firewalls zu umgehen. Sie stellen ein ernsthaftes Sicherheitsproblem dar, da sie Angreifern den Zugriff auf vertrauliche Informationen gewähren, ohne dass hierzu Server gehackt werden müssten.

Zunahme an Windows-Schädlingen

Die starke Verbreitung des Betriebssystems Microsoft Windows sorgt dafür, dass Viren und Würmer für Windows 32 eine ernstzunehmende Bedrohung für die Internetgemeinde bleiben. Im Berichtszeitraum registrierte Symantec mehr als 7.360 neue Viren- und Wurmvarianten für Windows 32, was eine Zunahme von 64 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr entspricht.

Versäumnisse bei der Erkennung oder Entfernung solcher Schädlinge können finanzielle Einbußen und den Verlust vertraulicher Informationen bedeuten. Organisationen sollten daher ihre Virenschutzlösungen noch häufiger als zuvor auf den neuesten Stand bringen, empfielt Symantec.

Angriffstrends

Unternehmen waren nach Angaben des Berichtes im Schnitt 13,6 Angriffen pro Tag ausgesetzt. Die USA sind weiterhin das Land, von dem die meisten Angriffe ausgehen, gefolgt von China und Deutschland. Die Finanzbranche erlebte die höchste Rate an Angriffen mit 16 ernsten Zwischenfällen pro 10.000 Sicherheitsereignissen.

Wie in vorangegangenen Berichten dominierten Massenmail-Würmer die Top Ten-Listen. Acht der zehn häufigsten Exemplare, die Symantec gemeldet wurden, waren Varianten von Massenmailer-Würmern, die bereits in vorangegangenen Berichten genannt wurden, darunter Netsky, Sober, Beagle und MyDoom.

Symantec verzeichnete in Unternehmen eine Zunahme von Spam um 77 Prozent. Die wöchentlichen Gesamtzahlen an Spam stiegen auf deutlich über 1,2 Milliarden Spam-Botschaften pro Woche.

Nach Angaben des Internet Security Threat Reports werden bösartige Codes, die Handys ansteuern, an Häufigkeit und Schweregrad zunehmen. Da nach Schwachstellen in Bluetooth-fähigen Geräten gesucht wird, nimmt die Wahrscheinlichkeit für einen Wurm oder einen anderen Schädling, der diese Schwachstellen ausnutzt, zu.

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