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Test: Viele Anti-Spionage-Programme sind löchrig

Shawn H Shawn H

Die Installation eines Anti-Spionage-Programms beruhigt - doch für Sicherheit ist damit nicht automatisch gesorgt, wie ein aktueller Test zeigte. Ein mit "mangelhaft" bezeichnetes Programm erkannte zum Beispiel von 25 Rootkits nicht ein einziges.

Spezielle Schutzprogramme sollen laut Hersteller-Angaben Spione auf dem Computer aufspüren und unschädlich machen. Die Qualitätsunterschiede dieser sogenannten "Anti-Spyware-Programme" sind aber offenbar gravierend: Einige Produkte erkennen nur sehr wenige Schädlinge; die versprochene Sicherheit ist also für die Nutzer trügerisch. Daher hat die Zeitschrift Computerbild in ihrer aktuellen Ausgabe (8/2006) wieder ein Anti-Spionage-Programm auf "mangelhaft" abgewertet.

Schadprogramme sind etwa Tastatur-Überwacher ("Keylogger"), Hintertür-Programme, Trojaner und gefährliche Administratoren-Werkzeuge ("Rootkits"). Sie können über verschiedene Wege in Computer eingeschleust werden, etwa als Dateianhang in einer E-Mail oder durch Sicherheitslücken im Betriebssystem.

Die aktuell getestete und abgewertete Software (Preis: 29,95 Euro) hat den Angaben zufolge im Test zum Beispiel von über 48.000 Hintertür-Programmen lediglich rund 1000 erkannt. Von knapp 90000 Trojanern konnte die Software im Test nur 419 beseitigen, von den 25 Rootkits kein einziges.

Ähnliche Ergebnisse gab es bereits beim Vergleichstest von Anti-Spionage-Programmen in der vorherigen Ausgabe der Zeitschrift. Vier der neun getesteten Programme wurden ebenfalls auf "mangelhaft" abgewertet. Drei der letztplatzierten Testkandidaten konnten so gut wie keinen der unzähligen Schädlinge beseitigen. Zum Vergleich: Der Test-Sieger "Kaspersky Anti-Virus Personal 5.0" (39,95 Euro) erkannte zwischen 80 und knapp 100 Prozent der Spionage-Programme und Schädlinge.

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