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Tipp: Gekaufte Software auf Computerviren überprüfen

Shawn H Shawn H

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Zwar sind die Software-Hersteller verpflichtet, ausgelieferte Programme auf Viren zu überprüfen, doch darauf sollte man sich nicht verlassen. Das gilt natürlich insbesondere für Business-Anwendungen.

Die Entdeckung und Bekämpfung neuer Computerviren gehört mittlerweile fast zur Tagesordnung. Die Schäden, die sie anrichten, erreichen Millionenbeträge. Im Geschäftsbetrieb, aber auch in den Privathaushalten stellt sich zunehmend die Frage, wer für diese Schäden haftet - der EDV-Anbieter oder der Kunde. In ihrer aktuellen Ausgabe 47/2005 klärt die Handelszeitschrift ComputerPartner über die rechtliche Lage bei einer Infizierung des IT-Bestandes durch gekaufte Software auf.

Nach der Rechtssprechung des Bundesgerichtshofs ist der EDV-Anbieter verpflichtet, die ausgelieferten Programme mit allen technisch möglichen und wirtschaftlich zumutbaren Mitteln auf Viren zu überprüfen. Wird diese Kontrolle unterlassen, hat der EDV-Anbieter zu beweisen, dass die Viren zeitlich nach der Abnahme der Software auf das System des Kunden übertragen wurde, so der Rechtsexperte Thomas Feil in ComputerPartner.

Nichtsdestotrotz sollte sich der Kunde nicht auf die Maßnahmen des Anbieters verlassen und die Software vor der Installation auf jeden Fall selbst auf Computerviren überprüfen. Vor allem im Geschäftsbetrieb rät die Zeitschrift dazu, die Überprüfung für den Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung zu dokumentieren. Treten bei der Kontrolle durch den Anwender Viren auf, so sollte er den EDV-Anbieter schriftlich zur Beseitigung des Mangels auffordern.

Der Software-Nutzer sei umso mehr gefordert, gekaufte Programme auf eine Infizierung zu überprüfen, als sich die gerichtliche Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen häufig in die Länge zieht. Zudem könne nicht immer davon ausgegangen werden, dass die entstandenen Schäden in vollem Umfang durch den haftenden EDV-Anbieter beglichen werden.

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