Tipp

Traffic-Sperre erzwingt Vista-Neuinstallation

Oliver W. Oliver W.

Microsofts Vista ist nun schon seit gut zwei Monaten erhältlich, aber wie so oft können Betatests nicht alle Fehler finden. So wird das eine oder andere Problem erst während der längeren Benutzung entdeckt. Einen US-amerikanischen Vista-User, der einen insgesamten Traffic von gut 3.000 Gigabyte über seine Netzwerkkarte schickte, ereilte jetzt eine Fehlermeldung mit verheerenden Folgen. Die unscheinbare Meldung teilte ihm mit, dass das Vista-Netzwerkmodul auf Grund unvorhergesehener Ereignisse beendet werden würde. Ab sofort war es nicht mehr möglich, Daten zu verschicken oder zu empfangen. Der Internetzugang war blockiert und der PC für den Mann, der einen Großteil seiner Arbeit online erledigt, praktisch nutzlos. Erst durch eine Neuinstallation des Betriebssystems konnte das Problem behoben werden. Microsoft räumte ein, dass es bei einem über die Netzwerkkarte verursachten Gesamttraffic von exakt 3.140,14 Gigabyte zu Problemen mit dem Network Management Module (NMM) kommt und dieses weiteren ein- als auch ausgehenden Datenverkehr unterbindet. Betroffen seien alle Versionen von Vista. Der Softwarehersteller ging davon aus, dass es bei 99,7 Prozent der Nutzer niemals zum Auftreten dieses Fehlers kommen würde. "Bevor es zum Erreichen einer solch gewaltigen Datenmenge kommt, wird man eher durch Hardware-Erneuerungen gezwungen, eine Neuinstallation durchzuführen", so ein Konzernsprecher. Nach eigenen Angaben wird derzeit fieberhaft an einem Patch gearbeitet, der das Problem behebt. Mit einem baldigen Erscheinen sollte man jedoch nicht rechnen, da das NMM-Modul sehr tief im System verankert sei und die Fehlerbehebung tiefgreifende Änderungen am Vista-Programmcode erfordern würden. Der Leidtragende ist am Ende wie immer der Nutzer. Ihm bleibt derzeit nichts anderes übrig als zu hoffen, dass bis Erscheinen eines Patches nicht die kritsche Datenmenge erreicht wird, die eine Neuinstallation erfordert. Nicht betroffen sind diejenigen, die einen Modem- oder ISDN-Zugang besitzen und die keine Netzwerkkarte für die Verbindung ins Internet benötigen. Von bereits kursierenden "Workarounds", die einen temporären Umstieg auf Windows 98 oder XP empfehlen, rät Microsoft jedoch ab. Vista sei in Sachen Sicherheit so fortschrittlich, dass ein Umstieg auf eine ältere Windows-Version einer "freiwilligen Rückkehr in die Windows-Steinzeit" gleichkommen würde.

Neueste Artikel