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UPXShell: Komprimieren ohne Funktionalitätsverlust

Oliver W. Oliver W.

USB-Sticks sind inzwischen zu einem richtigen kleinen Büro geworden. Auf ihnen werden alle erdenklichen Daten und Programme gespeichert, die der Anwender unterwegs brauchen kann oder die er etwa an der Arbeit benötigt. In einigen Fällen sind ganze Betriebssysteme auf den Sticks gespeichert, damit man immer die heimische Umgebung in der Westentasche hat. Doch auch die größten Sticks sind irgendwann voll. Hier hilft UPXShell. Ursprünglich war das Programm UPX eine Kommandozeilen-Anwendung, doch es wurde so beliebt, dass auch ein GUI dafür erstellt wurde; UPXShell. Dieses Programm dient dazu, vor allem ausführbare Dateien und andere wichtige Dateien wie OCX- oder DLL-Dateien zu komprimieren ohne deren Funktionalität einzuschränken. So können in vielen Fällen einige Megabyte gespart werden, wenn man gründlich konfiguriert und vorgeht. Und dabei wird nicht nur mehr Platz frei, sondern die Anwendungen können mitunter auch schneller geladen werden, da es auf Mittelklasse- und High-End-Rechnern schneller geht, die kleine Datei in den RAM zu laden, dort zu entpacken und dann zu nutzen, statt eine große unkomprimierte Datei von der Festplatte oder dem USB-Stick zu laden. Die Anwendung ist für Einsteiger etwas knifflig, da sich eine Menge konfigurieren lässt bevor es losgeht. Auch die allgemeine Bedienung ist etwas abseits der Norm, doch sollte es nach kurzem Austesten leicht von der Hand gehen. Nach der Installation findet sich im Kontext-Menü zu passenden Dateien (zum Beispiel OCX, SYS, DLL oder EXE) der Eintrag "(Ent)Packen mit UPX". Klickt man diesen an, erscheint das kleine Hauptfenster. Über den Button "Starten" könnte man natürlich direkt den Vorgang starten, doch empfiehlt es sich, noch einige Änderungen vorzunehmen, um die Komprimierung noch ein wenig zu erhöhen. Gehen Sie auf "Optionen" und wählen Sie bei "Kompressionsstufe" mit dem Regler "Beste" aus. Klicken Sie danach auf den Button "Erweitert" links unten. Aktivieren Sie folgende Optionen: "Ressourcen packen" - Dadurch werden in passende Dateien integrierte Daten mitkomprimiert, die ohne diese Option weiterhin un- komprimiert bleiben würden. "Exporte packen" - Auch diese Option sollten Sie aktivieren. "Starke Kompression" - Diese Option bringt noch einmal ein Quäntchen bessere Kompression durch besseres RAM-Managing. "Icons>Alle außer 1. Icon" - Damit werden (zum Beispiel in EXE-Dateien) gespeicherte Icons komprimiert. Nur das erste Icon bleibt unkomprimiert, damit die verkleinerte Datei weiterhin ihr Icon (in 99% der Fälle das erste) beibehalten kann. Klicken Sie dann auf den Button "OK". Hiermit sind die Optionen getätigt. Jetzt kann bereits begonnen werden zu komprimieren, doch ist anzuraten, von wichtigen zu komprimierenden Dateien ein Backup zu erstellen, insbesondere wenn noch weitere Optionen ausprobiert werden, da es beispielsweise mit der Option "Zusätzliche Kompression" mitunter zu fehlerhaften Ergebnissen kommen kann. Ist eine Datei ausgewählt und über den Kontext-Menü-Eintrag UPX gestartet, wählt man bei "Komprimieren" noch die neueste Version aus dem Drop-Down-Feld aus, um höchstmögliche Leistung und Kompatibilität zu gewährleisten und klickt dann auf "Starten!". Die beiden Fortschrittsbalken zeigen genau an, wie klein die Datei hinterher im Vergleich zu vorher ist. Auf einem USB-Stick, der als mobiles Büro fungiert, sind jedoch in der Regel zahllose zu komprimierende Dateien gespeichert. Diese alle einzeln auszuwählen wäre ein unzumutbarer Akt, weswegen es die Funktion "MultiPacken" gibt. Diese ist per Button unter dem Reiter "Optionen" erreichbar. Auf Klick erscheint ein neues Fenster mit einer Tabelle. Über das DropDown-Feld links oben lässt sich auswählen, welche Dateien gefunden und (wenn möglich) komprimiert werden sollen. Mit einem Klick auf den Button "Suchen" rechts oben kann man den Ordner oder die Partition beziehungsweise den Datenträger (also etwa den USB-Stick) auswählen. Ein weiterer Klick auf "Dateien" zeigt in der Tabelle alle der im Drop-Down-Feld ausgewählten Dateien des Verzeichnisses an. Über "Packen" versucht UPX alle Dateien zu komprimieren. Sollte eine Datei sich nicht packen lassen (beispielsweise weil sie schon gepackt ist) überspringt UPX diese und setzt den Vorgang bei der nächsten fort. Ist der Prozess abgeschlossen, genügt ein Klick auf "Beenden" und das "X" in der Titelleiste, um das Programm zu beenden. Die Änderungen sind sofort spürbar. Große EXE-Dateien mit mehreren MB können so in manchen Fällen auf bis zu 20% ihrer ursprünglichen Größe gepresst werden und bleiben noch immer voll funktionsfähig. Es grenzt eigentlich an ein Wunder, dass bisher so wenige Hersteller ihre Programme auf diese Art und Weise klein halten. Wer also nur einen kleinen mobilen Speicher hat oder den großen schon sehr voll gepackt hat, sollte zu diesem kostenlosen Programm greifen, da es seinen Zweck voll und ganz erfüllt.

Download: UPXShell

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