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Von Computer generierter Text überzeugt selbst Wissenschaftler

Oliver W. Oliver W.

Auch wenn Computer schon viel können, intelligent sind sie nicht - aber sie können so tun, als ob. Das zeigen drei Informatikstudenten, die eine Software entwickelten, welche wissenschaftliche Texte automatisch generiert.

Drei Informatik-Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine Software entwickelt, die wissenschaftliche Artikel automatisch generiert, so ein Bericht von Spiegel Online. Da in wissenschaftlichen Veröffentlichungen oft zu den gleichen Phrasen und Schlagwörtern gegriffen wird und lange, teilweise auch holprige Sätze als seriös gelten, könne es für einen Computer schließlich nicht so schwierig sein, einen solchen Text zu imitieren.

Mit einem automatisch generierten Artikel haben sich Die Entwickler der Software Jeremy Stribling, Max Krohn und Dan Aguayo haben sich mit einem solchen automatisch generierten Artikel für einen Fachkongress, die World Multi-Conference on Systemics, Cybernetics and Informatics beworben – und ihre Arbeit wurde "non reviewed", also ungeprüft, angenommen, berichtet Spiegel online. Noch am gleichen Tag wurde im Internet über die Geschichte berichtet, so dass auch die Organisatoren der IT-Konferenz davon erfuhren und die Zulassungs des Artikels zurückzogen. Der verantwortliche Professor Nagib Callaos schäme sich aber nicht für den Vorfall, schließlich sei es unter dem hohen Zeitdruck bei Konferenzen üblich, dass ein Teil der eingereichten Arbeiten ungeprüft angenommen werden. Der Artikel mit dem Titel "Rooter: A Methodology for the Typical Unification of Access Points and Redundancy" sei drei Wissenschaftlern zugesandt worden, diese jedoch sollen sich nicht rechtzeitig dazu geäußert haben.

Die drei MIT-Studenten wollten ihr Projekt fortführen und meldeten sich auf eigene Kosten zur Konferenz an, die Anmeldung wurde aber von den Organisatoren nicht angenommen. So sammelten sie Spenden im Web, von denen sie sich im Konferenzhotel einen Raum mieteten, in dem sie ihren Vortrag unabhängig vom offiziellen Programm halten konnten. Jedoch fand sich in dem Raum nur ein Zuhörer ein, der den computergenerierten Vortrag hören wollte. "Wir müssen unser Projekt noch mal neu überdenken", meinte schließlich einer der drei Studenten. Denn der Markt für Nonsens-Paper sei wohl noch nicht so weit - die Leute wollen wohl doch etwas mit Substanz hören.

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