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Krankmeldung per WhatsApp schicken – geht das?

Sonja U. Sonja U.

Messenger und E-Mail bestimmen heute mehr denn je unseren Alltag. Aber ist es in Ordnung, im Krankheitsfall die Krankmeldung per WhatsApp oder E-Mail an den Chef zu schicken? Oder ist da der telefonische Weg noch immer der Beste?

Krankmeldung per WhatsApp
Ist es erlaubt, eine Krankmeldung per WhatsApp an den Chef zu schicken? (Bild: Pixabay/Redaktion)

Krankmeldung per WhatsApp nur nach Rücksprache

Es gibt sie, diese Tage: Man wacht auf und fühlt sich überhaupt nicht fit. Und damit sinkt auch die Fähigkeit, der Arbeit nachzugehen sowie die Gefahr, Kollegen oder Kunden anzustecken. In manchen Fällen ist es sogar fahrlässig, zu arbeiten, obwohl man lange nicht so leistungsfähig ist wie mit einem gesunden Körper und Geist.

Der erste Schritt neben dem Arzttermin ist in solchen Fällen der Kontakt zum Arbeitgeber: Dieser muss laut Entgeltfortzahlungsgesetz umgehend wissen, dass einer seiner Arbeitnehmer an diesem Tag ausfällt und sollte genauso darüber informiert werden, wie lange der Ausfall voraussichtlich stattfindet. Und dieser Schritt erfolgt für gewöhnlich per Telefon.

Heutzutage geben Arbeitgeber ihren Angestellten aber immer öfter die Möglichkeit, per E-Mail Bescheid zu geben, etwa weil das Telefon im Unternehmen nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Aber wie verhält es sich, wenn man eine Nachricht via Messenger wie WhatsApp für Android oder WhatsApp für iPhone schreibt?

Krankmeldung per WhatsApp Erkältung
Manchmal ist beispielsweise die Erkältung so stark, dass ein Telefonat fast unmöglich scheint. In solchen Fällen tut es dem Arbeitnehmer gut, eine erste Krankmeldung schriftlich versenden zu können. (Bild: Pixabay)

Arbeitgeber muss klare Angaben machen

Prinzipiell gilt: Sagt der Arbeitgeber explizit, dass auch eine (erste!) Krankmeldung per WhatsApp ausreicht, dann gilt das auch. Im besten Fall ist diese Klausel schriftlich im Vertrag festgehalten oder einfach gang und gäbe im Unternehmen. Ebenso gilt dies für alle anderen Möglichkeiten der Kommunikation. Manche Unternehmen haben sogar eigens eine E-Mail-Adresse oder sogar ein Betriebshandy für Krankmeldungen eingerichtet. Sagen Chef oder personalverantwortlicher Mitarbeiter dagegen explizit, dass die erste Krankmeldung per Telefon erfolgen muss, dann müsst Ihr Euch daran halten, um Probleme zu vermeiden.

Wichtig ist Folgendes: Es kann auf dem E-Mail-, oder Messenger-Weg immer mal passieren, dass eine Nachricht nicht richtig übermittelt wird und daher die Krankmeldung per WhatsApp nicht rechtzeitig beim Arbeitgeber ankommt. Im Zweifel muss die Übermittlung nachgewiesen werden. Bei einer telefonischen Krankmeldung ist die Rückmeldung automatisch da. Ein weiterer Vorteil: Ihr könnt direkt offene Fragen mit Euren Vorgesetzten klären – falls Arbeit von jemandem übernommen werden muss beispielsweise.

Solange aber nachgewiesen werden kann, dass die Angabe der Arbeitsunfähigkeit erfolgt und übermittelt worden ist und im besten Fall vom Arbeitgeber die Bestätigung kam, dann ist das rechtlich gesehen in Ordnung. Des Arbeitsklimas willen aber solltet Ihr im Vorfeld den besten Weg klären. Gibt der Arbeitgeber zu verstehen, dass er eine Krankmeldung per WhatsApp nicht ausreichend findet, dann solltet Ihr darauf Rücksicht nehmen.

Wichtig: Im Betrieb nachfragen

Bestehen also Zweifel über den im Betrieb geregelten Ablauf der Krankmeldung, gilt: Nachfragen! Erkundigt Euch darüber, in welcher Form die erste Krankmeldung erbracht werden soll und wie weiter verfahren wird.

Generell sollte übrigens nach spätestens drei Tagen Krankheit ein ärztliches Attest bei Arbeitgeber und Krankenkasse vorliegen, aus dem die verbleibende Krankheitsdauer hervorgeht. Die tatsächliche Zeit, die Ihr habt, um jenes Attest vorzulegen, sollte aus Eurem Arbeitsvertrag hervorgehen.

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Freeware
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