Tipp

Kündigung per WhatsApp: Ist diese rechtskräftig?

Maria S. Maria S.

Via WhatsApp Beziehungen beenden – ok, keine Seltenheit mehr! Aber das Arbeitsverhältnis? Wer eine Kündigung per WhatsApp bekommt, muss sich das nicht gefallen lassen. Hier gibt´s alle Fakten dazu!

Der Messenger hat die Konkurrenz hierzulande weit hinter sich gelassen. Kaum einer hat nicht den Download von WhatsApp für Android oder iOS oder Windows Phone getätigt und whatsappt tagtäglich. Bisher war es aber eher ein Kanal für private Kommunikation. Immer häufiger wird er nun auch im beruflichen Kontext verwendet.

Kündigung per WhatsApp
Kündigung per WhatsApp in Deutschland nicht rechtswirksam

Kündigung per WhatsApp immer häufiger

Wie es scheint, haben immer mehr Unternehmen, insbesondere deren HR Abteilungen WhatsApp als Kommunikationskanal für sich entdeckt. So kamen in den vergangenen Monaten und Wochen immer mehr Geschichten von Kündigungen über den Instant-Messaging-Dienst zutage. Wie man den Geschehnissen entnehmen konnte, scheint dieser Weg gerade willkommen, um die direkte Konfrontation zu vermeiden.

Der jüngste Fall hat eine Zahnarzthelferin in Österreich getroffen. Die Zahnärztin hatte der Angestellten ein Foto der Kündigung geschickt. Das offizielle Schreiben kam erst einen Monat später. Die Angestellte hatte nun geklagt und gewonnen. Der Oberste Gerichtshof entschied für die Klägerin, weil Anforderung der Schriftlichkeit nicht erfüllt wurde.

Aber auch in Deutschland und der Schweiz sind solche saloppen Kündigungen bereits vorgekommen. Die Rechtslage ist in jedem Land aber anders.

Sind WhatsApp Kündigungen in Deutschland rechtswirksam?

Diese Frage lässt sich mit einem klaren „NEIN“ beantworten. Ähnlich, wie bei dem Beschluss des Obersten Gerichtshofs in Österreich, ist in Deutschland eine Schriftform zwingend. Festgehalten ist das im Paragraph 623 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Dort steht: „Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform; die elektronische Form ist ausgeschlossen." Damit sind Kündigungen via Messenger wie WhatsApp, Viber und Co., aber auch via E-Mail nicht rechtswirksam.

Kündigung per WhatsApp Beispiel
Kündigungen dieser Art sind nicht rechtens

Rechtslage in der Schweiz anders

Anfang des Jahres ging zudem eine Kündigung per WhatsApp aus der Schweiz durch die Presse. Ein junger Angestellter wurde kurz vor Weihnachten mit dem Satz: „Du, wir müssen dir leider kündigen auf Ende Jahr!“ rausgeworfen. Angeblich wurde die Kündigung aufgrund von Urlaub und Zeitmangel über WhatsApp geschickt. Der Angestellte war natürlich verärgert, da ein Zusammenkommen in jedem Fall möglich gewesen wäre.

Anders als in Deutschland sind Angestellte in der Schweiz bei so einer Kündigung unter Umständen aber hilflos. Das Recht besagt, dass im Vertrag ausdrücklich vermerkt sein muss, dass eine Kündigung in schriftlicher Form erfolgen muss. Wurde dies im Arbeitsvertrag nicht festgelegt – ist die Kündigung rechtens.

Was tun, bei Kündigung via Messenger

Da eine Kündigung per WhatsApp in Deutschland nicht rechtswirksam ist, sollte sich ein Angestellter dieses Vorgehen nicht gefallen lassen. Ist vom Arbeitgeber keine Einlenken zu erwarten, sollte der Angestellte klagen. Sinnvoll ist es vor allem, wenn die Kündigungsfrist nicht eingehalten werden kann. In der Regel müssen Unternehmen dann Kündigungsentschädigung zahlen.

Neueste Artikel

Software aus dem Artikel

WhatsApp für Android

Der Kult-Messenger für das Android-Smartphone

WhatsApp für Android
Hersteller:
Lizenzart:
Freeware
System:
Android
Sprache:
Deutsch
Version:
2.17.107
Leserwertung:
3.8/5