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Yellow App: Was ist das? Teen-Tinder durchleuchtet

Sonja U. Sonja U.

„Tinder für Teens“ macht so langsam auch hierzulande die Runde. Die Yellow App: Was ist das überhaupt? Fakt ist: Die sehr junge Zielgruppe muss bei der Nutzung dringend aufpassen – denn in dieser App kann sich einiges an Gesindel herumtreiben.

Yellow App: Was ist das
Wir haben uns die Frage gestellt: Yellow App – was ist das überhaupt? (Bild: Pixabay/Redaktion)

Nachgeforscht mit der Yellow App: Was ist das denn eigentlich?

Die Yellow App wird auch hierzulande immer beliebter. Zeit, sich darüber ein paar Gedanken zu machen und einmal den Datenschutz, vor allem aber den Schutz von Minderjährigen zu hinterfragen. Denn der kam uns beim Testen der App schon etwas seltsam vor.

Die App ist eigentlich nichts anderes als eine Art Verknüpfungs-Tool a la Tinder. Ja, was bei Erwachsenen als Flirt-App bzw. als eine der aktuell wohl schnellsten Möglichkeiten gilt, an einen One Night Stand zu kommen, gibt es nun in ähnlicher Form für die jüngere Zielgruppe ab 12 Jahren. Ob das so unbedingt nötig war, sei dahingestellt. Denn ob Kinder und Jugendliche andere über eine App kennenlernen sollten, ist fraglich. Zudem sind die Sicherheitsvorkehrungen eher schwammig. Also Yellow App: Was ist das?

Yellow App: Was ist das Anmeldung
Die Anmeldung geht viel zu schnell. Mit Fake-Nummer und falschem Bild sowie falscher Altersangabe könnten sich auch User mit pädophilen Präferenzen anmelden. (Bild: Yellow/Redaktion)

Starke Bedenken beim Schutz von Minderjährigen

Wer sich bei Yellow anmeldet, muss zuerst einmal die Telefonnummer angeben. Das sieht im ersten Moment nach Sicherheitsvorkehrung aus – ist es aber nicht. Wir konnten beim Testen problemlos eine Fake-Nummer eingeben, die uns im Internet die SMS mit dem Zugangscode empfangen ließ. Alles wurde direkt akzeptiert.

Wenn Ihr unter 17 Jahren alt seid und Yellow benutzen wollt, werden Euch nur Profile bis zu Eurem Alter angezeigt. Das soll vor zu alten Matches schützen. Problem dabei: Es wird nichts verifiziert, theoretisch kann jeder User beim Alter angeben, was er oder sie will. Sprich: Auch Pädophile können sich getarnt auf der Plattform herumtreiben. Beim Test konnten wir uns problemlos als 17-Jährige anmelden. Erst wenn man das Alter später in den Einstellungen ändern möchte, fordert die App dazu auf, eine E-Mail mit einem Scan des Personalausweises an das Team zu senden. Name und Geschlecht ließen sich einfach so ändern.

Auch beim Foto war es ein Leichtes, einfach ein Bild unseres Redaktionsmaskottchens Relaxo hochzuladen. Die App besitzt also keine Gesichtserkennung. Allerdings können andere User solche Bilder melden. Einfach ein Fake-Foto hochladen, das man irgendwo aus dem Internet hat, wäre aber auch kein Problem.

Jedes Profil ist zudem mit dem Standort verknüpft: Jeder User sieht also direkt, aus welchem Land bzw. welcher Stadt Ihr kommt.

Yellow App: Was ist das Standort
Den Standort müsst Ihr zwingend angeben. Dadurch kann jeder einsehen, wo Ihr wohnt. Bilder, die Euch stören, könnt Ihr aber immerhin an das Team melden. (Bild: Yellow)

Yellow durchwischen: Dubiose Profile

Aufgefallen ist uns, dass viele junge Menschen sehr offen mit ihren Bildern umgehen. Da werden Fotos in knappen Outfits hochgeladen, die man an so jungen Menschen nicht sehen sollte. Die Gesichter sind in den meisten Fällen sehr gut erkennbar, es gibt sogar Videos.

Beim Chatten mit Matches wird zudem oft nach weiteren Bildern gefragt – gerne nackt.

Daher raten wir Eltern: Schaut Euch genau an, was Eure Kinder mit dieser App machen und sucht vor allem das Gespräch. Generell gibt Yellow bei richtiger Benutzung die Möglichkeit, auch international Leute kennenzulernen. Dabei sollte jedoch auf ein paar Dinge geachtet werden:

  • Niemals den richtigen Namen angeben
  • Den genauen Wohnort ebenfalls nicht verraten – auch nicht auf Nachfrage
  • Wenn nach einem Treffen gefragt wird, ablehnen – sofern man die Person noch nie in Wirklichkeit getroffen hat
  • Bei der Frage nach Nacktbildern: Person direkt blockieren!
  • Sollte in einem Profil bereits ein anstößiges Bild zu sehen sein, Person direkt an Yellow melden

Das Yellow-Team hat hier im Internet auch eine Seite bereitgestellt, über die seltsames Verhalten gemeldet werden kann. Wer Probleme hat, kann sich so an die Betreiber wenden. Dennoch: Nicht jeder junge Mensch weiß, wie mit Cybermobbing oder Cybersexting umgegangen werden kann.

Die Frage nach der Yellow App: was ist das wäre damit wohl beantwortet. Es gilt definitiv Vorsicht!

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